Schnelles Internet im Altkreis

Breitband: Ausbau in Nordhessen ist fast fertig

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Einblick in ein Multifunktionsgehäuse: Hier werden die via Glasfaserkabel eingespeisten digitalen Datenpakete in analoge elektrische Impulse umgewandelt und dann in den Telekom-Kabelverzweiger (am rechten Bildrand) geleitet. Von dort aus geht es dann via Kupferkabel auf die sogenannte „letzte Meile“ in die einzelnen Haushalte.

Kreis Kassel. Der flächendeckende Ausbau des schnellen Internets in den fünf Landkreisen Kassel, Waldeck-Frankenberg, Schwalm-Eder, Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner kommt schneller voran als zunächst geplant.

Schon beim jüngsten Breitband-Gipfel in Borken (Schwalm-Eder-Kreis) Anfang November klatschten Akteure wie Profiteure des aktuellen, vom Land geförderten Breitbandausbaus in Nordhessen in die Hände.

Jetzt, wo das Jahr 2017 fast rum ist, wird klar: Bis zum Jahresende werden bereits 850 von 2000 Kilometern Leerrohre für die Glasfaserkabel verlegt sein. Ursprünglich hatte die Breitband Nordhessen als Projektgesellschaft bis Ende 2017 rund 500 Kilometer schaffen wollen.

Tatsächlich wurden seit dem Ausbaustart im Oktober 2016 schon rund 500 Multifunktionsgehäuse gesetzt. In ihnen wird das digitale Glasfaser-Signal in ein analoges Signal für die alten Kabelverzweiger der Telekom sowie die daran hängenden Kupferkabel hin zu den Endkunden umgewandelt. Rund 110 Ortsteile in Nordhessen wurden bereits angeschlossen und an die Netcom Kassel als künftige Netz-Betreibergesellschaft übergeben. Aktuell befinden sich rund 130 weitere Ortsteile im Ausbau.

Ziel der Breitband Nordhessen ist es, bis Ende 2019 insgesamt 570 Ortsteile in den beteiligten fünf Landkreisen flächendeckend mit mindestens 30 MBit pro Sekunde zu versorgen. 50 MBit pro Sekunde sollen aber angestrebter Standard sein. Nach Wegfall regulatorischer Hürden durch die EU sind perspektivisch auch Datenraten von 100 MBit pro Sekunde möglich. Im Altkreis Kassel sind laut der Breitband Nordhessen die neuen Glasfasernetze in den Orten beziehungsweise Ortsteilen Lohfelden-Vollmarshausen, Söhrewald-Wattenbach, Kaufungen, Baunatal-Großenritte, Nieste, Schauenburg-Hoof sowie Schauenburg-Elgershausen bereits in Betrieb gegangen.

Gebaut wird noch in Söhrewald-Wellerode sowie in Fuldatal-Wahnhausen. Wenn auch diese beiden Ortsteile bis spätestens Mitte 2018 an die Netcom übergeben worden sind, ist der Breitbandausbau durch die Breitband Nordhessen im Altkreis Kassel faktisch abgeschlossen.

Jedoch vergehen von der Übergabe bis zum Anschluss durch die Netcom im Regelfall noch sechs bis zwölf Wochen. Grund ist der Einbau noch einiger, zum Teil aufwendiger technischer Installationen (Umwandlungstechnik, Stromkabel, Verbindungsleitung) für den Anschluss der alten Telekom-Kabelverzweiger an das Glasfasernetz durch die Netcom. Schwierigkeiten hatte es diesbezüglich zuletzt in Niederkaufungen gegeben, die Probleme dort sind allerdings inzwischen gelöst

Hintergrund: Nicht auf eigene Faust kündigen

„Wer einen Vertrag mit der Netcom Kassel abschließen möchte, sollte seinen aktuellen Vertrag nicht selbst kündigen“, rät Netcom-Sprecherin Jutta Schill. Denn die Abwicklung des Anbieterwechsels übernehme die Netcom Kassel, inklusive der Mitnahme der bisherigen Telefonnummer. „So lassen sich der Verlust der Rufnummer und Ausfallzeiten vermeiden“ sagt Schill. Zu beachten sei auch, dass die Restlaufzeit bei dem Altanbieter eingehalten werden muss. Das heißt: Der neue Vertrag mit der Netcom kann erst nach dem Auslaufen des Altvertrages greifen. Und auch dann erst könne das schnelle Internet genutzt werden.

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