Noch keine Detailplanung  für einzelne Kommunen

Breitband-Ausbau in ganz Nordhessen: Schnelles Internet ab 2016

Kreis Kassel. Bereits 2016 sollen erste in Sachen Internet bislang unterversorgte Gemeinden in Nordhessen ans schnelle Internet angeschlossen sein.

Das kündigt die Breitband Nordhessen als Projektgesellschaft für den künftigen Breitband-Ausbau vor allem im ländlichen Raum an.

Kathrin Laurier

„Nachdem erste Bauunternehmeneuropaweit aufgefordert wurden, sich für den Breitband-Ausbau in Nordhessen zu bewerben, fanden nun erste Gespräche statt“, sagt Geschäftsführerin Kathrin Laurier. „Geeignete Bewerber sind nun aufgerufen, bis Ende Januar ihr Angebot abzugeben.“ Dann werde geprüft und verhandelt, sodass im Frühjahr 2016 der Bauauftrag „an einen einzigen Generalunternehmer vergeben werden kann“.

Noch keine Detailplanung 

Planungsdetails zu den einzelnen Landkreisen und Kommunen gebe es noch nicht. „Wir können aktuell nicht sagen, welche Gemeinden als erste vom Breitband-Ausbau profitieren werden“, sagt Laurier. „Sämtliche Teilnetzplanungen obliegen dem beauftragten Generalunternehmer, sodass hierzu erst Mitte 2016 erste Angaben gemacht werden können.“

Netzagentur macht Weg frei 

Erst kürzlich hat die Bundesnetzagentur der Breitband Nordhessen grünes Licht für den flächendeckenden Ausbau des Breitbandnetzes vor allem in ländlichen Gebieten Nordhessens gegeben. Damit hat die Regulierungsbehörde des Bundes vor allem großen und etablierten Netzbetreibern die Tür vor der Nase zugeschlagen. Grund: Netzbetreiber wie die Telekom haben bislang nur zögerlich oder gar nicht im ländlichen Raum investiert - mit zum Teil unangenehmen Folgen für Gewerbebetriebe und Haushalte. „Diese Lücke können wir nun schließen“, sagt Laurier.

Zunächst werde beim Ausbau der Schwerpunkt nur auf Glasfasertechnik gelegt. „Allein damit werden wir flächendeckend den angestrebten Mindeststandard von 30 MBit pro Sekunde erreichen“, sagt Laurier. Später dann könne auch das sogenannte VDSL Vectoring hinzukommen, das Downloadraten von sogar bis zu 100 MBit pro Sekunde ermöglicht. „Das VDSL Vectoring ist eine Software, die Störsignale unterdrückt, sodass noch mehr Daten übertragen werden können“, sagt Laurier. Bislang sei der Einsatz dieser Technologie bei öffentlich geförderten Projekten rechtlich noch nicht zulässig. „Entsprechende Nutzungsanträge liegen dem Bund und der EU aber bereits vor.“

Hintergrund

Schnelle Internetverbindungen für 380.000 Haushalte

Ziel der im Februar 2014 gegründeten Breitband Nordhessen GmbH mit Sitz in Kassel (Ständeplatz) ist es, in den nächsten Jahren die fünf Landkreise Nordhessens (Kassel, Werra-Meißner, Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg, Hersfeld-Rotenburg) flächendeckend mit mindestens 30 MBit pro Sekunde zu versorgen. Profitieren sollen davon etwa 52.000 Gewerbebetriebe und 380.000 Haushalte.

Den Bau des Breitbandnetzes will die Breitband Nordhessen voraussichtlich im Frühjahr 2016 vergeben. Geplant ist die Erschließung von etwa 1700 bereits vorhandenen Kabelverzweigern (das sind die Verteilerkästen für die einzelnen Teilnehmer-Anschlussleitungen) mit Glasfasertechnik sowie das Verlegen von insgesamt 2500 Kilometern Glasfaserkabel.

Die Eigentümer des fertigen Breitbandnetzes werden dann die fünf Landkreise als Gesellschafter der Breitband Nordhessen sein. Sie vermieten das Netz an den Netzbetreiber Netcom Kassel Gesellschaft für Telekommunikation mbH mit Sitz in Kassel (Königstor), um mit den Erlösen die Investitionen zu amortisieren. Die Investitionssumme (rund 143 Mio. Euro) wird als ein vom Land verbürgtes Darlehen bereitgestellt.

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Rubriklistenbild: © Foto:  dpa

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