Baustein für Akzeptanz der Bevölkerung

Bund erlaubt neue Technik an Windparks: Blinklicht nur bei Flugbetrieb

+
Rote Lampen: Manche Menschen fühlen sich vom Blinken der Beleuchtung an den Windrädern gestört. DIe Vorschriften des Bundes sollen demnächst eine bedarfsgerechte Steuerung erlauben. Die Lampen gehen dann nur noch an, wenn sich ein Flugzeug nähert. Diese Windanlage steht in der Söhre.

Kreis Kassel. Das Blinken von Windrädern gehört zum nächtlichen Bild der Region Kassel inzwischen dazu.

Aus der Söhre ragen genauso Rotoren 200 Meter empor wie auf dem Sandershäuser Berg und dem Lindenberg nahe der Autobahn 44 bei Schauenburg. Weitere Windparks - etwa bei Helsa und am Sensenstein - sind geplant. Manch einer fühlt sich im Dunkeln von der rot leuchtenden Befeuerung gestört.

Eine neue Gesetzeslage soll jetzt den Einsatz von Technik ermöglichen, mit der die Blinklichter nur noch angehen, wenn sich ein Flugzeug nähert.

Grundlage sind die Verwaltungsvorschriften des Bundes zur Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen. Die Bundesregierung hat in dieser Woche den Text dahingehend geändert, dass in Windräder diese bedarfsgesteuerte Technik eingebaut werden kann. „Die Verwaltungsvorschrift wurde am Mittwoch verabschiedet. Jetzt fehlt nur noch die Veröffentlichung im Gesetzesblatt“, berichtet CDU-Bundestagsabgeordneter Thomas Viesehon (Waldeck) im Gespräch mit der HNA. „Damit hat man die Möglichkeit, das Blinken zu vermeiden.“

Wolfram Axthelm, Sprecher des Bundesverbandes Windenergie in Berlin, geht davon aus, dass sich diese Art der Beleuchtung durchsetzt - in alten und neuen Anlagen. Denn: Für die Akzeptanz in der Bevölkerung sei das ein wesentlicher Baustein, sagt er. „Wir gehen davon aus, dass schrittweise alle alten Anlagen nachgerüstet werden.“

Riesen-Windräder der Söhre aus der Luft

Das sieht auch Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke Kassel, so. Das Unternehmen betreibt die insgesamt sieben Anlagen auf dem Warpel in der Söhre und bei Niestetal. „Wir finden das schick und würden das tun“, sagt Pijanka. Allerdings müssten erst die technischen Anforderungen klar formuliert sein. „Das ist noch nicht so weit.“

Die fünf Windräder bei Schauenburg-Breitenbach sind ebenfalls noch nicht mit einer Bedarfsschaltung ausgestattet. Somit gibt es ein Rotlichtmilieu die ganze Nacht hindurch.

Der Windpark ist seit Anfang des Jahres in Betrieb. „Als wir vor drei Jahren die Genehmigung beantragt haben, war das noch kein Thema“, sagt Projektleiter Andreas Fleischmann von der nordfriesischen Firma GP Joule zu der nun möglichen Bedarfssteuerung.

Ob eine Befeuerung per Radarsignal später noch nachgerüstet wird, lässt Fleischmann derzeit noch offen. Das müsse natürlich wirtschaftlich auch darstellbar sein, sagt der Projektleiter. „Für die aktuelle Befeuerung haben wir jedenfalls eine Genehmigung.“

Archivideo von den Windrädern in der Söhre

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.