Interview mit dem Geschäftsführer des NVV

Bus und Bahn als Teil der Lösung für den Klimaschutz im Landkreis Kassel

Ist jetzt Klimaschutzbotschafter für den Landkreis Kassel: Wolfgang Rausch, Geschäftsführer des NVV. Der 64-Jährige beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit dem Thema Verkehr, auch in Zusammenhang mit dem Thema Klimaschutz. Foto: NVV/nh

Kreis Kassel. Wolfgang Rausch kümmert sich als Geschäftsführer des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) um fast alles, was fährt: Buslinien, Zugstrecken und Regiotramverbindungen sind sein tägliches Geschäft.

Kreis Kassel. Wolfgang Rausch kümmert sich als Geschäftsführer des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) um fast alles, was fährt: Buslinien, Zugstrecken und Regiotramverbindungen sind sein tägliches Geschäft. Doch nun hat er noch eine weitere Aufgabe dazubekommen: Er ist Klimaschutzbotschafter für den Landkreis Kassel.

Für den 64-Jährigen hängen sein Beruf und die neue Aufgabe unmittelbar zusammen. „Der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) hat in Zusammenhang mit Klimaschutz einen hohen Stellenwert erreicht“, sagt Rausch. „Der Verkehr insgesamt bekommt durch das Thema eine viel größere Aufmerksamkeit, als früher.“

Deshalb arbeite er und der NVV auch stetig daran, mehr Menschen dazu zu bringen, das Auto stehen zu lassen und Bus und Bahn zu nutzen – vor allem im ländlichen Bereich. „Dazu müssen wir unser Angebot immer weiter verbessern. Das heißt, mehr Fahrten anbieten“, sagt Rausch. Man müsse aus den Köpfen Menschen auf dem Land herausbekommen, dass nur morgens, mittags und abends jeweils ein Bus fährt.

„Die Konkurrenz zu Bus und Bahn ist das Auto. Wenn wir langsamer sind, als der Pkw, steigen die Bewohner im ländlichen Raum nicht auf öffentliche Verkehrsmittel um.“ Deshalb will der NVV zum Beispiel auch daran arbeiten, lange Fahrten durch Dörfer mit vielen Schleifen zu reduzieren. Neben dem Angebot für Fahrgäste gibt es noch eine weitere Stellschraube, an der zugunsten des Klimaschutzes gedreht werden müsse. „Wir wollen die Dieselfahrzeuge reduzieren, aber uns fehlt zum Beispiel für Busse die Technik.“ Die Batterien für Busse mit elektrischem Antrieb hielten noch nicht lang genug, die Reichweite sei zu gering. Davon abgesehen sei der NVV aber bereits im Rahmen der technischen Möglichkeiten auf dem richtigen Kurs. „Alle Busse, die wir beauftragen, müssen die aktuelle Abgasnorm „Euro 6“ erfüllen. Wenn das ein Unternehmer nicht kann und er will aber für den NVV fahren, muss er neue Busse kaufen.“

Ein weiterer wichtiger Punkt auf dem Weg zu mehr Klimaschutz ist laut Rausch die Verknüpfung von öffentlichen und umweltfreundlichen Verkehrsmitteln. „Das Fahrrad spielt dabei eine wichtige Rolle.“ Zum Beispiel laufe gerade ein wissenschaftlich begleitetes Projekt, bei dem sich Personen aus bestimmten Orten des Landkreises ein Pedelec (Elektrofahrrad) mieten und damit Haltestellen entlang der Regiotram-Linie nach Hofgeismar und Wolfhagen erreichen können.

Grundsätzlich sieht Wolfgang Rausch seine Aufgabe auch darin, den ÖPNV stärker in das Bewusstsein der Menschen zu rücken. „Es muss klar sein: Wer öffentliche Verkehrsmitteln nutzt, ist Teil der Lösung von Klimaschutzproblemen.“

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