Bildung im Landkreis

Einrichtung eines weiteren Gymnasiums im Kreis Kassel wurde abgelehnt

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Bislang hält der Landkreis Kassel nur ein grundständiges Gymnasium in seiner Trägerschaft – das Georg-Lichtenberg-Gymnasium in Kassel-Oberzwehren.

Kreis Kassel. Im Landkreis Kassel wird es vorerst kein grundständiges Gymnasium geben. Mehrheitlich wurde im Kreistag der CDU-Antrag auf Einrichtung eines weiteren reinen Gymnasiums in Trägerschaft des Landkreises Kassel abgelehnt.

Allein CDU, AfD und FDP stimmten dem CDU-Antrag zu. Aktuell betreibt der Landkreis nur ein grundständiges Gymnasium in Kassel, die Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule in Oberzwehren. 

„Das Fehlen von grundständigen Gymnasien wird jedes Jahr bei den Einwahlwünschen für die Bildungsgänge nach der vierten Klasse deutlich“, begründete der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Mock den Vorstoß. So sprächen die Anmeldezahlen für Gymnasien für sich. „Wir wollen keinesfalls Gesamtschulen abschaffen oder umwandeln. Jedoch wollen wir mehr Vielfalt in der Bildungslandschaft im Landkreis“, sagte Mock.

Petra Voß von der SPD-Fraktion hielt dagegen, dass im Landkreis jetzt schon 14 Gesamtschulen und zwei Oberstufen-Gymnasien unter der Trägerschaft des Landkreises stünden. „Das vielfältige Angebot ist längst da“, sagte Voß. Es ermögliche alle Abschlussformen, sei durchlässig und werde gerne genutzt. „Unter den 3947 Schülern im Landkreis, die jetzt von der vierten in die fünfte Jahrgangsstufe gewechselt sind, sind nur 22 Schüler unzufrieden mit der Schulwahl gewesen.“

Christian Knoche, Fraktionsvorsitzender der Linken, zweifelte die Notwendigkeit eines Gymnasiums im Landkreis grundsätzlich an. „Es gibt schon alle Möglichkeiten. Der CDU kann es doch nur wieder um Elite-Denken und soziale Ausgrenzung gehen“, sagte Knoche. Die ganze Idee sei nicht zu Ende gedacht, sagte die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Bärbel Mlasowsky. „Nichts ist klar – weder wo, in welcher Größe, und mit welchem Geld das Gymnasium gebaut werden soll.“

Heike Giede-Jeppe, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP, hielt dagegen, dass vor dem Hintergrund dieses Antrags sehr wohl der Elternwille im Mittelpunkt stehe. „Es gibt einfach viele Eltern, die ein Gymnasium wollen“, sagt Giede-Jeppe. Aktuell stelle sich der Landkreis Kassel mit seinem Bildungsangebot als „bildungspolitische Insel“ dar. „Dabei brauchen wir beste Bildung für unsere Kinder.“

SPD, Grüne, Linke und Freie Wähler lehnten den Antrag mehrheitlich ab. CDU, AfD und FDP stimmten dafür.

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