Sicherheit auf der Autobahn

Einsatzkräfte könnten Unfallort aus Gegenrichtung anfahren: Bald Notöffnungen auf A7?

Zu schmal im Fall eines Unfalls: Auf der A7-Baustelle zwischen Kassel-Mitte und Kassel-Ost sind die drei Spuren nur 3,25 Meter, 2,75 Meter und 2,60 Meter breit (insgesamt 8,60 Meter). Eine sogenannte Flexi-Leitplanke kann es Rettungsfahrzeugen im Falle eines Unfalls ermöglichen von der Gegenfahrbahn zur Unfallstelle zu gelangen Foto:  Schachtschneider

Lohfelden/Kassel. Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) will prüfen, ob innerhalb der noch über mehrere Jahre bestehenden Baustelle auf der Autobahn 7 zwischen der Anschlussstelle Kassel-Ost und dem Dreieck Kassel-Süd Notöffnungen in den transportablen Mittelleitplanken, sogenannte Flexi-Leitplanken, installiert werden können.

Die beweglichen Elemente ermöglichen es Rettungskräften und Polizei, einen Unfallort aus der Gegenrichtung anzufahren. Eine Nachrüstung könne möglicherweise Sinn machen, sagte Al-Wazir jetzt im Landtag auf eine Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Timon Gremmels (Niestetal). Al-Wazir sagte zu, sich noch einmal im Detail über die Autobahnbaustelle zu informieren.

Zwischen Kassel-Ost und Kassel-Süd wird der Lärmschutz zurzeit ausgebaut. Anschließend wird der Abschnitt von derzeit sechs auf acht Fahrspuren erweitert, da die Autobahn künftig auch den Verkehr von der A 44 aufnehmen soll.

Streit um Rettungsgasse

Grund für die Zusage des Ministers, den Einsatz der Flexi-Leitplanken zu prüfen, ist der Streit um eine Rettungsgasse, der hohe Wellen geschlagen hat. Wie berichtet, hatten Rettungskräfte im März innerhalb der Lärmschutzbaustelle zwei Kilometer zu Fuß zu einer Unfallstelle laufen müssen, weil die Verkehrsteilnehmer in Fahrtrichtung Norden keine Rettungsgasse gebildet hatten.

Tarek Al-Wazir

Nach Vorwürfen der Autobahnpolizei an die Adresse der Autofahrer hatte sich allerdings herausgestellt, dass dies gar nicht möglich war. Die drei Spuren sind insgesamt nämlich nur 8,60 Meter breit. Selbst wenn Pkw- und Lkw-Fahrer vorschriftsmäßig nach rechts beziehungsweise links ausweichen, bleiben für eine Rettungsgasse nur 2,05 Meter übrig. Ein üblicher Rettungswagen ist aber 2,16 Meter breit.

Zahlreiche Autofahrer hatten sich nach der Kritik der Polizei zu Wort gemeldet und geschildert, dass eine Rettungsgasse nicht möglich gewesen sei.

Im Landtag erklärte Al-Wazir, dass bei Autobahnbaustellen seit 2015 in regelmäßigen Abständen Öffnungsmöglichkeiten in die Schutzeinrichtungen eingebaut würden. Die Lärmschutzbaustelle bei Lohfelden wurde ein Jahr zuvor, also 2014, eingerichtet. Al-Wazir räumte ein, dass es wegen enger Fahrbahnen im Baustellenbereich „in vielen Fällen praktisch nicht möglich ist, Platz für Rettungsgassen vorzuhalten“. Fahrspuren wegfallen zu lassen, damit Rettungsgassen gebildet werden können, lehnte der Verkehrsminister ab. Dies würde nach seiner Einschätzung „zu mehr Staus und damit zu mehr Unfällen führen“.

Rettungsgasse

Fahrspuren sind nach Ausbau schmaler

Auch nach dem Ende der Bauarbeiten wird es auf der A7 zwischen Kassel-Ost und Kassel-Süd vergleichsweise eng zugehen. Der Grund: Die Autobahn wird von sechs auf acht Fahrspuren erweitert. Die Fahrbahn an sich wird aber nicht verbreitert. Die einzelnen Fahrspuren sowie die Standstreifen fallen schmaler als üblich aus. Bei der Straßenbaubehörde Hessen Mobil konnte man am Freitag auf HNA-Anfrage noch keine genaueren Angaben zu möglichen Notöffnungen auf der A 7 machen.

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