HNA-Redakteurin verzichtete auf Kekse, Kuchen & Co.

Fastenzeit ohne Industriezucker: "Durch meine persönliche Hölle gegangen"

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Einfach mal Nein sagen: HNA-Radakteurin Alia Shuhaiber hat in der Fastenzeit auf Süßigkeiten verzichtet. 

Kreis Kassel. Was die Fastenzeit heute noch bedeutet: HNA-Redakteurin Alia Shuhaiber hat es getestet und mehrere Wochen lang auf Industriezucker verzichtet.

Sechs Wochen ohne Zucker – das kann doch nicht so schwer sein, dachte ich und startete hoch motiviert am Aschermittwoch in die Fastenzeit. Wie hart die nächsten Wochen tatsächlich für mich werden sollten, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Mittlerweile weiß ich, dass ich die ersten 14 Tage durch meine persönliche Hölle gegangen bin. Keine Schokolade, Gummibärchen, Kekse oder Kuchen. Die kleinen Belohnungen zwischendurch, wenn es mal wieder hektisch im Büro ist oder das Nachmittagstief mit geballter Wucht durchschlägt, sind gestrichen. Nach 48 Stunden zeigen sich die ersten Entzugserscheinungen – Kopfschmerzen, schlechte Laune, Aggressionen. Überall lauern Versuchungen. 

Hat denn eigentlich jeden Tag irgendein Kollege Geburtstag oder einen anderen Anlass, um Süßkram mitzubringen? Und auch außerhalb der Redaktion überall Kuchen, Eis und anderes Naschwerk – Verfolgungswahn. Jetzt heißt es hart bleiben und durchhalten. Und das ist wirklich schwierig, schließlich umfasst die Herausforderung nicht nur die Enthaltsamkeit bei Süßigkeiten.

Denn sechs Wochen lang will ich auch auf Industriezucker verzichten. Das ist die Königsdisziplin. Die Zuckerfalle lauert überall, Supermarktbesuche werden zum Spießrutenlauf. Egal ob Wiener Würstchen, Frühstückstoast oder Erdnüsse aus der Tüte – Zucker steckt in fast allen industriell verarbeiteten Lebensmitteln.

Ab sofort stehen nur noch frisches Gemüse, Obst, Milchprodukte, Eier und gelegentlich ein Stück Fleisch auf meinem Speiseplan. Zum Frühstück gibt es Naturjoghurt mit Früchten, mittags einen selbst zubereiteten Salat in der Kantine und abends eine große Portion Gemüse aus dem Backofen.

Viel intensiver im Geschmack

Von Tag zu Tag nehme ich den Geschmack der natürlichen Lebensmittel intensiver wahr – ich beginne zu experimentieren. Die Qual, jeden Tag etwas fürs Büro vorzubereiten, ist längst der Routine gewichen. Auch der Verzicht auf Süßigkeiten fällt mir immer leichter. Zugegeben – manchmal liege ich abends im Bett und male mir aus, wie ich an Ostern ein warmes Schokoladenküchlein mit flüssigem Kern essen werde. Dazu eine Kugel zartschmelzendes Vanilleeis.

Rückblickend muss ich aber sagen, dass ich die Erfahrung nicht missen möchte. Denn trotz des Verzichts, hat die Fastenzeit durchaus auch Positives mit sich gebracht. Ich fühle mich vitaler und habe ein paar Kilogramm Gewicht verloren.

So konsequent wie die vergangenen Wochen werde ich wohl nicht weitermachen, aber in Zukunft bewusster darauf achten, was ich esse, werde ich ganz gewiss. Nun freue ich mich aber auf den ersten Biss in meinen Schokohasen – Frohe Ostern.

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