Folgen des Sturmtiefs Friederike im Landkreis Kassel

Folgen des Sturmtiefs Friederike: Tramstrecke und viele Straßen dicht

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Lossetalstrecke zwischen Kaufungen und Helsa gesperrt: Defekte Oberleitungen, beschädigte Masten und Bäume auf den Gleisen machten die Strecke unbefahrbar.

Kreis Kassel. Schwere Schäden hat Orkan-Tief Friederike im Landkreis hinterlassen. Umgestürzte Bäume allerorts, Stromausfälle, ausgefallene Züge und Trams, Staus auf Straßen und eine in Richtung Süden bis zum Freitagmittag komplett gesperrte A7 zwischen Hedemünden und Kassel-Nord.

Im VW-Werk Kassel in Baunatal ging am Donnerstag gegen 13 Uhr nichts mehr. Der Strom fiel in der Fabrik für eine halbe Stunde aus.

Tram-Verkehr

Vielerorts konnten entwurzelte Bäume noch am Tag des Sturmes, spätestestens aber am Freitag, von den Straßen geräumt werden. In Sachen Tram-Verkehr durch das Lossetal sah es allerdings noch düster aus. Defekte Oberleitungen, beschädigte Masten und Bäume auf den Gleisen machten die Strecke unbefahrbar. Einige Züge sind deshalb auf der Lossetalstrecke regelrecht „gefangen“, es gibt kein Vor und Zurück. Die Züge der Linie 4 fahren von Kassel nur bis Oberkaufungen. Zwischen Papierfabrik und Bahnhof Hessisch Lichtenau fahren Busse im Schienen-Ersatzverkehr. „Voraussichtlich bleibt auch heute noch die Lossestrecke für die Tram-Linie 4 bis Betriebsschluss gesperrt“, sagt KVG-Sprecherin Heidi Hamdad.

Waldschäden

Dunkle Erinnerungen an Kyrill vor elf Jahren weckte Orkan-Tief Friederike bei den Förstern. Zwar wehte der Sturm am Donnerstag im Vergleich zu Kyrill nur mit halber Kraft (Kyrill mit bis zu 225 Kilometern pro Stunde in Hessen, Friederike mit 126 Kilometern pro Stunde im Altkreis). „Wir wissen nichts Genaues, aber wir rechnen mit erheblichen Schäden im Wald“, sagt Matthias Dumm, Leiter des Forstamtes Hessisch Lichtenau. Nach einer Krisensizung ganz früh am Donnerstag rückten all seine Kollegen aus, um erst einmal die Zuwege in den Wald freizuräumen. „Wir wissen aktuell nicht, wie es da drinnen aussieht“, sagt Dumm, „wir kommen einfach nicht rein“.

Was alles kaputt gegangen ist, darüber herrscht ebenso noch Unklarheit im Forstamt Melsungen. „Bei uns liegen viele Wege zu. Ein Indiz dafür, dass Friederike ordentlich zugeschlagen hat“, sagt Forstamtsleiter Jan Stetter. Vor allem im aufgeweichten Boden sind viele Bäume umgefallen, als hätten sie in Pudding gestanden. „Wir werden womöglich erst am Montag genaueres über die entstandenen Schäden wissen.“

VW-Werk

Auswirkungen gab es auch auf die Arbeitswelt: Im VW-Werk standen am Donnerstagmittag nahezu alle Maschinen in der Produktion still. Ein Abfall der Spannung im nordhessischen 110-kV-Netz sei dafür verantwortlich gewesen, erläutert VW-Sprecher Heiko Hillwig. „Ab 13 Uhr kam es für rund eine halbe Stunde zu Stromausfällen, von denen auch unsere Fertigungsbereiche betroffen waren.“ Anschließend sei die Produktion wieder reibungslos in allen Bereichen hochgefahren worden, so der Sprecher weiter. Zu nennenswerten Auswirkungen auf das Produktionsergebnis oder gar zu Engpässen habe der Ausfall aber nicht geführt. Das VW-Werk in Baunatal bezieht Strom auch aus dem eigenen Kraftwerk auf dem Werksgelände. Allerdings, so Hillwig, habe der Spannungsabfall im allgemeinen Stromnetz stattgefunden und nicht im VW-Netz.

Eine Übersicht über alle Schäden in der Region haben wir hier für Sie zusammengestellt.

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