Im Landkreis Kassel

Fragen & Antworten zur Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen

+
Der Strom reißt nicht ab: Immer mehr Flüchtlinge kommen in Deutschland an. Unser Foto zeigt Asylsuchende auf dem Bahnhof in Passau (Bayern). Sie waren Mittwoch mit einem Zug aus Österreich gekommen.

Kreis Kassel. Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab. Immer mehr Asylsuchende kommen auch in den Landkreis Kassel. Wir haben Fragen und Antworten zu ihrer Unterbringung zusammengefasst.

Welche gesetzlichen Pflichten hat der Landkreis im Hinblick auf die Unterbringung von Flüchtlingen? 

Nach dem Hessischen Gesetz über die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen und anderen ausländischen Personen obliegt dem Landkreis die Aufnahme und Unterbringung von Personen, denen der Aufenthalt nach dem Asylverfahrensgesetz gestattet ist. Außerdem muss der Kreis Personen, deren Asylantrag abgelehnt oder zurückgenommen worden ist, bis zu ihrer Abschiebung unterbringen.

Wer teilt dem Kreis die Flüchtlinge zu? 

Die Zuweisung der Flüchtlinge aus einer zentralen Unterkunft in Gießen erfolgt durch das Land Hessen über das für die Verteilung zuständige Regierungspräsidium in Darmstadt.

Wie viele Flüchtlinge leben derzeit im Landkreis Kassel? 

Aktuell (Stand: 30. September) leben 1455 Flüchtlinge im Landkreis, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten und vom Landkreis betreut werden. Hinzu kommen 1800 Asylsuchende, die in den Erstaufnahme-Einrichtungen Calden und Hofgeismar-Beberbeck vom Land Hessen untergebracht sind.

Wie viele von ihnen leben in Gemeinschaftsunterkünften und wie viele in Wohnungen? 

In den aktuell 20 Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises lebten bis zum 30. September 1018 Flüchtlinge, in Privatwohnungen 437.

Wie viele Flüchtlinge wurden dem Landkreis in diesem Jahr neu zugewiesen? 

Im Jahr 2015 wurden dem Kreis bis zum 30. September 980 Flüchtlinge neu zugewiesen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 570.

In welchen Kommunen im Landkreis leben die meisten Flüchtlinge? 

Die meisten Asylsuchenden leben mit 422 in Wolfhagen, gefolgt von Fuldatal mit 242, Vellmar mit 84 und Helsa mit 81.

Aus welchen Herkunftsländern stammen die meisten Flüchtlinge? 

220 der Flüchtlinge stammen aus Syrien, 214 aus Albanien, 152 sind aus Afghanistan geflohen, 149 aus Eritrea und 120 aus Somalia. Insgesamt stammen die Flüchtlinge im Landkreis aus 43 Herkunftsländern.

Mit wie vielen weiteren Flüchtlingen rechnet der Landkreis Kassel bis zum Ende des Jahres? 

Derzeit rechnet der Kreis bis zum Ende des Jahres mit der Zuweisung von etwa 90 Flüchtlingen pro Woche. Demnach ist in den zwölf Wochen bis zum Jahresende eine Zuweisung von etwa 1080 weiteren Flüchtlingen zu erwarten. Der Kreis verweist aber ausdrücklich darauf, dass es sich angesichts der aktuellen Entwicklungen „nur um eine unsichere Schätzung“ handeln kann.

Wie viele Flüchtlinge werden bis Ende des Jahres voraussichtlich in Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises untergebracht? 

Der Landkreis geht bis zum 31. Dezember 2015 von etwa 2300 Asylsuchenden aus, die durch ihn untergebracht und betreut werden müssen. Von ihnen werden voraussichtlich mehr als 1500 in Sammelunterkünften untergebracht werden, alle weiteren sollen in Wohnungen unterkommen.

Hinweis: Unter diesem Artikel werden nur Kommentare freigeschaltet, die sich ausschließlich mit dem im Text behandelten Aspekt des Flüchtlingsthemas auseinandersetzen.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.