Freiwilliger Polizeidienst  am Ende: Nur drei von 29 Kommunen machten mit

Kreis Kassel. Auf wenig Begeisterung stieß der freiwillige Polizeidienst, den die CDU-geführte Hessische Landesregierung im Oktober 2000 eingeführt hatte, bei den 29 Kommunen im Altkreis Kassel.

Mit Ahnatal schaffte am Donnerstagabend die letzte Kommune das Modell ab. Zuvor hatten sich nur Lohfelden und Baunatal kurzfristig für den Polizeidienst erwärmen können.

In diesen beiden Kommunen ist aber schon lange Schluss. Auf Betreiben der Sozialdemokraten war mit deren jeweils absoluter Mehrheit der Dienst eingestellt worden. Der sei eine Mogelpackung, mit dem das Land letzlich nur Stellen einsparen wolle, hieß es als Begründung. Die CDU dagegen kritisierte damals die „ideologische Vorgabe der Landes-SPD für ihre Kommunalpolitiker“.

In Baunatal hatte eine Mehrheit aus SPD und Grünen im Oktober 2010 in der Stadtverordnetensitzung beschlossen, den Freiwilligen Polizeidienst, den es in der VW-Stadt schon einmal von 2005 bis 2007 gab, nicht wieder aufleben zu lassen. Während die CDU damals vergeblich den Antrag gestellt hatte, einen Dienst mit zehn Helfern zu installieren, argumentierten die Sozialdemokraten, der Dienst bringe nicht mehr Sicherheit.

In Lohfelden wurde fast zeitgleich zum Jahreswechsel 2007/2008 der Schlussstrich unter das ungeliebte Projekt gezogen. Die SPD-Fraktion hatte im Juli 2007 einen entsprechenden Antrag gestellt, den Dienst, den es dort seit drei Jahren gab, aufzulösen.

Zuletzt war auch der Versuch gescheitert, einen gemeinsamen Dienst von Ahnatal und Fuldatal zu organisieren, um Geld zu sparen und an Zuschüsse des Landes Hessen heranzukommen.

Danach sollten sich die beiden Kommunen die 20 Einsatzstunden der vier Helfer pro Monat teilen - am Ende ein Modell ohne Erfolg. Jetzt zog die Gemeindevertretung Ahnatal als letzte Kommune die Reißleine.

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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