Erheblicher Sanierungsstau

Für Turnhallen im Kreis Kassel fehlen 52 Millionen Euro

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Schulleiterin Ana Viehmann von der Gesamtschule Niestetal zeigt die Probleme. Inzwischen wurde das Gebäude mithilfe der Gemeinde saniert. 

Kreis Kassel. Dass bei den Sporthallen des Kreises Kassel einiges im Argen liegt, ist bekannt. Wie groß der Sanierungsstau tatsächlich ist, wird jetzt anhand einer Zahl deutlich.

52,15 Millionen Euro wären nötig, um die Sportstätten wieder auf Vordermann zu bringen.

Das geht aus der Antwort von Landrat Uwe Schmidt (SPD) auf eine Anfrage der CDU-Kreistagsfraktion hervor. Der Kreis verfügt über 53 Schulsporthallen sowie je eine Halle auf dem Gelände der Jugendburg Sensenstein bei Nieste und dem Jugendseeheim auf der Nordseeinsel Sylt.

Marode: Die Halle der Herderschule in Kassel zählt zu den schlechtesten Sporteinrichtungen des Landkreises. 

Rein rechnerisch müssten in jede Halle also knapp 950.000 Euro investiert werden. Tatsächlich ist der jeweilige Zustand der Sporthallen aber sehr unterschiedlich.

Besonders schlecht ist es um eine Sporthalle bestellt, die in der Stadt Kassel liegt: die Sporthalle des Landkreis-Oberstufengymnasiums Herderschule in der Unterneustadt. Sie ist nicht nur in einem schlechten Zustand, sondern auch viel zu klein. Zahlreiche Schüler müssen für den Sportunterricht deshalb in die Halle der Joseph-von-Eichendorff-Schule in Bettenhausen ausweichen - und das schon seit Jahrzehnten.

Abhilfe in großem Stil ist unterdessen nicht in Sicht. „In absehbarer Zeit haben wir keine Möglichkeit, den Sanierungsstau abzubauen“, sagte Kreissprecherin Ute Jäger am Donnerstag auf HNA-Anfrage. Zur Einordnung: Gut 52 Millionen Euro müssten mittelfristig investiert werden, in diesem Jahr stehen laut Jäger dagegen aber nur 2,55 Millionen Euro zur Verfügung.

Tröstlich immerhin: Keine der 55 Hallen ist wegen Baumängeln geschlossen, alle können zurzeit genutzt werden. „Hallen werden nur zeitweise geschlossen, wenn Sanierungsarbeiten vorgenommen werden“, heißt es aus dem Kreishaus.

Die Kosten für die Sanierung der Hallen muss der unter dem Finanzschutzschirm des Landes Hessen stehende Landkreis allein stemmen. Eine finanzielle Beteiligung der jeweiligen Städte und Gemeinden an der Instandhaltung der Hallen gibt es aktuell nicht.

In der Vergangenheit steuerten allerdings einzelne Kommunen Geld für die Sanierung örtlicher Schulturnhallen bei: So gab Niestetal 900.000 Euro für die Sanierung der Sportstätte an der Wilhelm-Leuschner-Schule bei (Gesamtkosten: rund 2,7 Millionen Euro). Eine weitere mögliche Einnahmequelle ist für Landrat Schmidt kein Thema: Er werde Vereinen für die Nutzung der kreiseigenen Sporthallen auch künftig kein Geld in Rechnung stellen. 

Hier wird 2016 saniert: 

2,55 Millionen Euro fließen 2016 unter anderem für folgende Turnhallen: 

• Sporthalle Zierenberg (820.000 Euro) 

• Sporthalle Grebenstein (650.000 Euro) 

• Sporthalle Wahlsburg (400.000 Euro) 

• Sporthalle Lohfelden (180.000 Euro) 

• Sporthalle Immenhausen (150.000 Euro). 

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