Vor Jahren in die Schwalm geworfen

Fuldabrücker fand nach Jahren die Flaschenpost eines Zehnjährigen an der Fulda 

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Fundort etwa 65 Kilometer von Zella an der Schwalm entfernt: Marius Hett (links) hatte seine Flaschenpost vor vielen Jahren in den Fluss an seinem Wohnort im Schwalm-Eder-Kreis auf die Reise geschickt. Reiner Bolte vom Bauamt Fuldabrück fand die Flasche an der Fulda in Bergshausen. 

Fuldabrück. Marius Hett (10) aus Zella im Schwalm-Eder-Kreis hat schon so einige Flaschen mit Post in die Schwalm geworfen. Doch gab es nie eine Reaktion darauf – bis jetzt.

Reiner Bolte vom Bauamt im etwa 65 Kilometer entfernten Fuldabrück-Bergshausen kontrollierte kurz vor Weihnachten den Zustand der Wege an der Fulda nahe des Ausflugslokals Fährmann, wobei ihm eine Glasflasche ins Auge fiel. „Ich habe sofort gesehen, dass dort irgendetwas drin ist“, erinnert er sich an den Fundtag. Um an den Inhalt zu gelangen, musste der 63-Jährige das Glas zerschlagen.

„Ich war neugierig, außerdem hätte die Flasche auch einen Hilferuf enthalten können“, sagt der Mitarbeiter der Gemeinde schmunzelnd. Doch auf mehreren bunten Blättern war kein Hilferuf geschrieben, sondern Bilder von Robotern, Häusern und anderen Dingen gemalt. „Die Blätter waren offenbar von einem Kind bemalt, sie waren alle trocken und in gutem Zustand. Das war schon etwas Besonderes für mich.“ Und es wurde noch besser: Derjenige, der die Flaschenpost damals versendete, hatte Name, Adresse und Telefonnummer auf eines der Blätter geschrieben. „Da hab ich dann auch sofort angerufen.“

Die Mutter des Zehnjährigen ging ans Telefon

Ans Telefon ging Claudia Hett aus Zella – Mutter des heute zehnjährigen Marius: „Mein Sohn und ich haben uns sehr gefreut, dass eine Flaschenpost von ihm gefunden wurde.“ Aber wann genau Marius sie in die Schwalm geworden hat, wissen die beiden nicht mehr. Es ist auf jeden Fall schon viele Jahre her, Marius kann sich nicht mal mehr an den Inhalt erinnern.

„Ich weiß nur noch, dass ich die Flasche wahrscheinlich von einer Brücke aus in die Schwalm geworfen habe“, sagt der Zehnjährige. „Es muss auf jeden Fall schon lange her sein, denn ich verschicke keine Flaschenpost mehr.“ Heute baut Marius lieber Boote und lässt sie dann auf der Schwalm schwimmen.

Für Marius hielt seine Post aber auch noch eine Überraschung bereit: Denn auf einem der Blätter war noch der Name eines anderen Kindes geschrieben: nämlich Martha. „Das war eine frühere Freundin von mir“, freute sich Marius bei der Sichtung seiner Post kürzlich im Fuldabrücker Rathaus. „Das Mädchen ist in der Zwischenzeit weggezogen, aber wir haben noch Kontakt und sagen ihr auf jeden Fall Bescheid, dass die Post gefunden wurde“, fügt Mutter Claudia hinzu.

Für Reiner Bolte war der Fund der Post „kurz vor der Rente jedenfalls nochmal ein echtes Highlight“. „Die Flasche ist sicher überall mal hängengeblieben, es ist unglaublich, dass sie das all die Jahre ausgehalten hat und nicht kaputt gegangen ist.“

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