Situation an der Herderschule

Grüne: Gemeinsam größere Turnhalle bauen

In schlechtem Zustand: Die Schulturnhalle der Landkreis-Gymnasiums Herderschule muss dringend erneuert werden, finden die Grünen im Kreistag. Foto:  Fischer

Kreis Kassel. Die Halle sei zu klein, das Klima furchtbar, die Schüler müssten für Sportunterricht mehrere Kilometer Fahrt auf sich nehmen: Aus der Sicht von Edmund Borschel (Grüne) ist die Situation in der Sporthalle der Kasseler Herderschule „eklatant“.

Deshalb hatte er angeregt, eine Sitzung des Kreistags-Ausschusses für Bildung und Kultur in dem Gebäude des Landkreis-Oberstufengymnasiums abzuhalten. Diese fand nun statt und Borschel sieht sich bestätigt: An der Halle müsse dringend etwas getan werden. Borschel ist Mitglied des Ausschusses und habe bereits als Schiedsrichter in der Halle gepfiffen, berichtet er. „Die Situation ist furchtbar.“ Dies habe auch Dr. Johannes Werner, stellvertretender Leiter der Herderschule, bei der Ausschuss-Sitzung berichtet. Werner selbst war nicht zu erreichen.

Weil die Schulturnhalle zu klein sei, müssten zahlreiche Sportstunden in andere Hallen ausgelagert werden – für deren Nutzung der Landkreis dann wiederum Geld zahlen müsse. Mit ihren Privat-Pkws müssten die Schüler beispielsweise in die Olebachhalle in Bettenhausen ausweichen.

Für Edmund Borschel insgesamt ein Unding, schließlich habe die Herderschule einen Sport-Schwerpunkt. Hinzu komme die Unfallgefahr, wenn die jungen Leute mit dem Auto unterwegs seien.

Der Grüne sieht nun mehrere Möglichkeiten: Die Sanierung der Halle, den Abriss und Bau einer Zwei- oder Drei-Felder-Halle oder den Bau einer größeren Halle auf angrenzendem Grund, während die alte weiter genutzt werde.

Im Ausschuss gebe es noch keinen Tenor, welche Variante favorisiert würde, berichtet Borschel. Die Grünen würden zur dritten Option tendieren. „Die Finanzierung könnten sich Stadt und Kreis teilen“, schlägt er vor. Schließlich würden nicht nur Schüler aus dem Landkreis, sondern auch Kasseler Vereine die Schulturnhalle nutzen. 1,5 Mio. Euro sollten Stadt und Kreis dafür jeweils stemmen, sagt Borschel.

Teurer als drei Mio. Euro?

Dass eine Drei-Felder-Sporthalle deutlich mehr kosten würde als drei Millionen Euro, darauf weist Landkreis-Sprecher Harald Kühlborn hin. Der Landkreis würde generell gerne mehr in Turnhallen investieren, habe dafür aber kein Geld.

Ein Neubau sei auch aus anderer Sicht kritisch: Der Boden sei statisch schwierig, außerdem müsste zunächst der Kampfmittelräumdienst anrücken. „Außerdem ist es nicht so, dass man in der Halle keinen Sport machen könnte“, sagt er.

Sascha Stiebing, Sprecher der Stadt Kassel, sagt dazu: „Ein derartiges Vorhaben ist von unserer Seite nicht beabsichtigt. Die Stadt wird gemeinsam mit der Universität eine neue Drei-Felder-Sporthalle auf der Sportanlage Auepark bauen.“ Von der neuen Halle würden dann nicht nur Studierende und der Schulsport profitieren, sondern auch die Kasseler Sportvereine, so Stiebing. Baubeginn soll im Frühjahr 2017 sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.