Unterricht teilweise in Bettenhausen

Herderschule in Kassel: Gibt es jetzt doch eine neue Sporthalle?

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Wird vielleicht erweitert: Die Sporthalle der Herderschule an der Jahnstraße könnte um einen Anbau ergänzt werden. Zuvor müssten die Umkleiden und Sanitärräume (im Vordergrund) saniert werden.

Kreis Kassel. Mittlerweile seit Jahrzehnten gibt es bei Schülern und Lehrern der Kasseler Herderschule Frust wegen der Sporthalle: Sie ist nicht nur sanierungsbedürftig, sondern auch viel zu klein.

Weil die Kapazität nicht ausreicht, findet der Sportunterricht teilweise in der Olebachhalle in Bettenhausen statt. Schüler und Lehrer müssen dafür von der Maulbeerplantage zu dem rund drei Kilometer entfernten Ausweichquartier pendeln.

Abhilfe für das Dauer-Ärgernis war bislang nicht in Sicht. Der Landkreis als Träger des ansonsten vorbildlich erneuerten Oberstufengymnasiums verwies stets darauf, dass kein Geld für eine umfassende Sanierung, geschweige denn für den Neubau einer Sporthalle zur Verfügung stehe.

Langer Weg für Schüler: Von der Herderschule müssen die Jugendlichen und ihre Lehrer manchmal nach Bettenhausen, um in der Olebachhalle Sport zu machen.

Doch seit zwei Wochen stellt sich die Situation anders dar: Am 20. März überraschte das Land in Gestalt von Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) den Landkreis als Schulträger mit einem Geldsegen: Rund 18 Millionen Euro sollen aus einem neuen, zusammen mit dem Bund aufgelegten Investitionsprogramm für die Schulen im Landkreis Kassel fließen.

Im Kreishaus an der Wilhelmshöher Allee muss man nun überlegen, wie man das Geld sinnvoll einsetzt. Und in der Herderschule keimt die Hoffnung, dass es nun doch schon bald erträgliche Bedingungen für den Sportunterricht geben könnte. „Selbstverständlich sind wir voller Hoffnung“, sagte der stellvertretende Schulleiter Dr. Johannes Werner auf HNA-Anfrage.

Eine Option für ihn wäre ein Anbau an die bestehende Sporthalle. Erste Überlegungen eines Architekten dazu gebe es. Zuvor müssten die Umkleiden und der Sanitärbereich saniert werden. Wie viel die Erweiterungsvariante kosten würde, steht laut Werner noch nicht fest.

Beim Landkreis geht man davon aus, dass die sanierungsbedürftigen Sporthallen von der unerwarteten Finanzspritze profitieren werden. Und: Es könne sein, dass Projekte zum Zuge kämen, die noch nicht in der mittelfristigen Finanzplanung des Kreises vorgesehen sind.

Auch die Sporthalle der Herderschule sei in der aktuellen Finanzplanung nicht berücksichtigt, sagte Kreissprecher Harald Kühlborn gegenüber unserer Zeitung.

Konkrete Aussagen zu der Sporthalle in der Unterneustadt wollte er aber noch nicht machen. Kühlborn: „Wir brauchen einfach noch etwas Zeit.“

Schulen im Kreis Kassel Großprojekte bis 2020

Rund 11,6 Mio. Euro sollen nach der bisherigen Planung der Kreisverwaltung bis 2020 in den Bau und die Sanierung von Schulen im Altkreis Kassel investiert werden. Hier die Pläne im Detail. 

• Grundschule Sandershausen, Sanierung und Erweiterung für bis zu 4,3 Mio. Euro, davon übernimmt die Gemeinde Niestetal bis zu 1,3 Mio. Euro. Entscheidung fällt nach den Sommerferien. 

• Grundschule Ihringshausen, Erweiterung für 1,6 Mio. Euro (davon 800.000 Euro von der Gemeinde Fuldatal)

 • Grundschule Obervellmar, Anbau für 800.000 Euro

 • Grundschule Oberkaufungen, Erweiterung für 2,5 Mio. Euro (davon 500.000 Euro von der Gemeinde Kaufungen) 

• Grundschule Vollmarshausen, Erweiterung für 6,3 Mio. Euro (davon eine Million Euro von der Gemeinde Lohfelden) 

• Grundschule Lohfelden, Neubau der Mensa für 540.000 Euro 

• Friedrich-Ebert-Schule Baunatal, Erweiterung für 2,6 Mio. Euro Hinzu kommt auf Kasseler Stadtgebiet die 

• Willy-Brandt-Schule Kassel-Oberzwehren (Berufliche Schule des Landkreises), Sanierung/Modernisierung für 21 Mio. Euro. 

Unterdessen kündigt die CDU-Fraktion für die nächste Sitzung des Kreistages im Mai einen Antrag zu den Schulbauprojekten an. Demzufolge soll der Kreisausschuss bis zur Sitzung des Parlaments am 19. Juni eine Prioritätenliste für die Verwendung der zusätzlichen 18 Mio. Euro aus dem neuen Investitionsprogramm vorlegen. Ziel müsse ein „gerechter Einsatz der Investitionen“ sein, sagte Fraktionschef Frank Williges (Helsa).

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