Deutsch-Drahthaar wurden versteigert

Ex-Halter von beschlagnahmten Jagdhunden soll Hündin zu Tode gequält haben

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Beschlagnahmt: Ein Deutsch-Drahthaar-Rüde (links) und eine Deutsch-Drahthaar-Hündin wurden aus schlechter Haltung gerettet. Nun wird für sie ein neuer Halter gesucht. Die Jagdhunde werden nur geeignete Personen vermittelt. Beide Drahthaar  wurden jagdlich geführt und haben diverse Prüfungen abgelegt.

Kreis Kassel. Der ehemalige Halter von zwei beschlagnahmten Jagdhunden soll eine Hündin zu Tode gequält haben. Die beiden beschlagnahmten Deutsch-Drahthaar-Hunde wurden inzwischen versteigert.

Parasitenbefall und eine schwere Infektion verursacht durch eine mangelhafte und nicht artgerechte Versorgung: Eine Hündin ist deshalb im Dezember 2015 an Herz-Kreislaufversagen gestorben. Ihr Halter – ein Züchter aus dem nördlichen Landkreis Kassel – wurde dafür in diesem Jahr vor dem Amtsgericht in Kassel in erster Instanz wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz verurteilt.

Bei dem Züchter handelt es sich nach HNA-Informationen um den ehemaligen Halter der beiden Deutsch-Drahthaar-Hunde, die durch das Veterinäramt des Landkreises Kassel beschlagnahmt wurden. Für die Tiere wurde mithilfe einer stillen Versteigerung ein neues Zuhause gesucht. Das Bieterverfahren ist seit Freitag, 15. Dezember, beendet. „Die besten Bieter werden jetzt veterinärrechtlich überprüft“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. „Pro Hund wurden sechs ernst zu nehmende Gebote abgegeben.“ Die Bieter kommen laut Kühlborn aus ganz Deutschland. Die Interessenten aus anderen Landkreisen sollen über die zuständigen Veterinärämter geprüft werden. „Wir gehen davon aus, dass die Prüfungen bis Mitte Januar abgeschlossen sind“, sagt Kühlborn.

Betrugsversuch angezeigt

Brisant ist auch, dass sich nach der Beschlagnahmung ein Serbe beim Landkreis Kassel gemeldet und als der wahre Halter der beiden Jagdhunde ausgegeben hat. Die Tiere hätten sich zum Zeitpunkt der Beschlagnahmung durch die Polizei nur zufällig bei dem vermeintlichen Halter – also dem Züchter aus dem nördlichen Landkreis – befunden. Er hatte der Behörde Papiere vorgelegt, die den Eigentumsnachweis belegen sollten. „Die Papiere waren gefälscht, wir haben den Mann angezeigt“, sagt Kühlborn.

Das sagt der Staatsanwalt

Dr. Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel

„Es wird gegen einen Mann ermittelt, der eine tierärztliche Bescheinigung gefälscht haben soll“, bestätigt der Kasseler Oberstaatsanwalt Götz Wied. Wann diese Ermittlungen abgeschlossen werden, kann er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Dass ein Züchter zu 180 Tagessätzen zu je 25 Euro wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz verurteilt wurde, bestätigt Wied ebenfalls. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Züchter haben gegen dieses Urteil Widerspruch eingelegt. „Die Berufung war für den 5. Dezember angesetzt, wurde aber aufgehoben, ein neuer Termin steht noch nicht fest“, sagt Wied.

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