Interview mit Kreissprecher Harald Kühlborn über die Amnestie

Kreis Kassel: Illegale Waffen können abgegeben werden

Kreis Kassel. Experten gehen davon aus, dass es in Deutschland Millionen nicht registrierter Schusswaffen gibt. Um ihre Zahl zu reduzieren, hat der Bundestag eine Amnestie beschlossen. Über das Thema sprachen wir mit Kreissprecher Harald Kühlborn.

Um die Zahl nicht registrierter Schusswaffen zu reduzieren, hat der Bundestag eine Amnestie beschlossen: Waffenbesitzer, die Gewehre, Pistolen und Munition bis zum 5. Juli 2018 bei den zuständigen Behörden abgeben, gehen straffrei aus. 

Herr Kühlborn, die vom Bundestag beschlossene Amnestie ist nicht die erste. Zuletzt konnten Besitzer illegaler Waffen 2009 straffrei abgeben. Wie viele Waffen wurden damals abgegeben?

Harald Kühlborn: Bei der letzten Amnestie wurden 270 illegale Waffen im Landkreis Kassel abgegeben.

Gibt es den typischen Besitzer illegaler Waffen?

Kühlborn: Das Spektrum der Besitzer von illegalen Waffen ist genauso breit wie das der legalen Waffenbesitzer. Einen typischen Besitzer illegaler Waffen gibt es nicht. Etwas, was bei illegalen Waffen häufiger vorkommt, als im Normalfall, sind Erben, die beim Antreten der Erbschaft feststellen, dass der Erblasser im Besitz von Waffen war, von denen vorher nichts bekannt war.

Die neue Amnestie gilt bis zum 5. Juli 2018. Mit welcher Resonanz rechnen Sie?

Kühlborn: Ob im Zuge der neuen Amnestie noch einmal so viele Waffen abgegeben werden wie 2009, das ist leider nicht wirklich vorhersehbar. Wir gehen aus den Erfahrungen der vergangenen Amnestien davon aus, dass zum Anfang des neuen Amnestiezeitraums wegen der Medienberichterstattung und dann kurz vor Schluss der Amnestie die Resonanz stärker sein wird.

Wurden beim Kreis als zuständiger Behörde aktuell denn schon illegale Waffen abgegeben?

Kühlborn: Nein, bisher nicht.

Was muss der Besitzer einer illegalen Waffe konkret tun, um straffrei auszugehen?

Kühlborn: Er muss die Waffe einfach abgeben. Das kann bei der nächsten Polizeidienststelle und bei der Unteren Waffenbehörde des Landkreises in Hofgeismar erfolgen. Jede zurückgegebene Waffe wird daraufhin überprüft, ob mit ihr eine Straftat begangen wurde. Danach wird sie vernichtet.

Zur Person

Kreissprecher Harald Kühlborn.

Harald Kühlborn (55) stammt aus Kassel. Er studierte an der Uni Kassel Verwaltungswissenschaft. Von 1981 bis 2003 arbeitete er für das Regierungspräsidium Kassel – bis 1995 im Schulamt und von 1995 bis 2003 in er Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Seit Mai 2003 ist er Pressesprecher des Landkreises Kassel. Kühlborn ist verheiratet. In seiner Freizeit liest er, hört Musik und wandert gern. 

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.