Baunatal ist eine der Ausnahmen

Immer weniger Flüchtlinge im Kreis Kassel

Kreis Kassel. Im Landkreis Kassel gibt es immer weniger Flüchtlinge, die finanziell auf staatliche Hilfe angewiesen sind. Das teilte Kreissprecher Harald Kühlborn auf HNA-Anfrage mit.

Demnach sank die Zahl von 3219 Personen – der Höchststand im November des vergangenen Jahres – auf 2722 Ende November dieses Jahres. Das ist ein Rückgang von 15 Prozent. Auf 1229 sei die Zahl im Altkreis Kassel gesunken. Das sind 99 Personen weniger als noch im Vorjahreszeitraum.

Gründe für geringere Flüchtlingszahlen

Laut Kühlborn lasse sich die Entwicklung auf zwei hauptsächliche Faktoren zurückführen: Zum einen konnten die Flüchtlinge mit Anerkennungs- und Duldungsstatus ihren Wohnort in Deutschland frei wählen.

Zwar sei dieses Privileg seit dem ersten September durch die hessische Wohnsitzauflage außer Kraft gesetzt, sodass die Menschen an ihrem zugewiesenen Ort bleiben mussten. Bislang habe sich diese Änderung jedoch noch nicht spürbar ausgewirkt. Zum anderen erklärt Kühlborn die geringere Zahl damit, dass Flüchtlinge entweder abgeschoben worden (insbesondere nach Afghanistan) oder freiwillig aus Deutschland ausgereist sind.

Harald Kühlborn

Herausragende Ausnahmen im Altkreis Kassel zwischen November vergangenen Jahres und diesem Jahr sind die Kommunen Baunatal (Anstieg von 171 auf 192), Lohfelden (Zuwachs um 26 auf 141), Vellmar (von 116 auf 186) und Espenau (Anstieg von 65 auf 104). In den vier Kommunen sei es „durch den Drang der Flüchtlinge in die Nähe von Kassel zu ziehen, zu steigenden Zahlen gekommen“, erklärt Kühlborn.

Gerade in Baunatal gebe es schlichtweg mehr Ausbildungs- und Arbeitsplätze, sodass die Menschen beispielsweise von Wolfhagen dorthin zögen. Aber auch die Anbindung an Kassel sei für viele Flüchtlinge wichtig, da dort Landsleute leben und die spezifischen Einkaufsbedürfnisse leichter zu realisieren seien.

Asylunterkünfte in Niestetal und Fuldatal geschlossen

Die veränderten Zahlen auf Gemeindeebene hängen auch damit zusammen, dass die Gemeinschaftsunterkünfte Niestetal und Fuldatal geschlossen worden sind. „In Helsa hat die Gemeinschaftsunterkunft Wickenrode den brandbedingten Ausfall von Eschenstruth aufgefangen“, ergänzt Kühlborn.

Der Altkreis Wolfhagen verzeichnet ebenfalls einen Rückgang der Flüchtlingszahlen – um rund 16 Prozent: Ende November erhielten 767 Flüchtlinge Geld vom Staat. Ein Jahr zuvor waren es noch 1038. Auch im Kreisteil Hofgeismar sind weniger Flüchtlinge untergebracht: Waren es im vergangenen Jahr noch 853 Personen, lebten zuletzt 704 Menschen in den dortigen Unterkünften.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Arne Dedert/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.