Zirkeltraining bereitete Nachwuchs auf Prüfungen vor

Jägerausbildung ist im  Landkreis weiterhin sehr gefragt

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Waffenkunde und Sicherheit: Leon Rampe (links) konnte Ausbilder Klaus Schneider fachmännisch erklären, für welchen Jagdeinsatz dieses Gewehr geeignet ist.

Kreis Kassel. Die Jägerausbildung im Landkreis Kassel ist weiterhin sehr gefragt. Ein Zirkeltraining hat den Nachwuchs auf die Prüfungen vorbereitet.

Leon Rampe aus Ahnatal legt das schwere Gewehr an und schaut unter den Augen des Ausbilders Klaus Schneider prüfend durch das Okular des Zielfernrohrs. Wild hat er nicht im Visier, das lässt sich an diesem Vormittag auch nicht blicken. Es reicht, wenn der junge Mann weiß, welche Munition er für dieses Gewehr verwenden muss und welche Art von Wild damit geschossen werden soll. Seine Schießkünste muss Rampe erst bei der Abschlussprüfung im August unter Beweis stellen. Der Ahnataler gehörte zu den 60 angehenden Waidmännern aus Kassel („Hessenjäger“), Hofgeismar und Wolfhagen, die sich am Forsthaus Waldhaus im Reinhardswald mit einer Art Zirkeltraining auf einem Rundkurs an 20 Stationen auf die mündliche und praktische Jägerprüfung vorbereiteten.

Der Kreisjagdverein Hofgeismar hat den Pirschpfad angelegt und die Jäger-Azubis der befreundeten Vereine eingeladen. Die Zahl der Interessenten für einen Jagdschein sei beständig hoch, sagt Jägerausbilder Erhardt Rüsseler. Das ist auch gut so. „Wir erhalten immer wieder Anfragen von älteren Jägern, die einen Nachfolger suchen oder Unterstützung brauchen“, berichtet der Vellmarer. Die Chancen für Jungjäger, ihre Kenntnisse auch gleich in der Praxis zu testen, seien groß. Allein im Altkreis Hofgeismar gebe es 100 Jagdreviere. Leon Rampe, der nächstes Jahr das Abitur macht, wird mit seinem Vater, der Jäger ist, auf die Pirsch gehen. „Das grüne Abitur ist anspruchsvoller, macht aber auch großen Spaß“, sagt der 19-Jährige über die anstehende Jägerprüfung.

Botanik wird auch abgefragt: Alina Rehrmann erkannte diesen Strauch richtig als Kornelkirsche.

Einen Eindruck von dem vielseitigen Wissen, das Jäger mitbringen müssen, erhält man beim Abgehen des Pirschpfades: Die Teilnehmer müssen beispielsweise aus großer Entfernung Wild-Geweihe unterscheiden können. Sie müssen Blutspuren und Knochen von Wildtieren richtig zuordnen, ebenso wie die Federn von Vögeln. Das ist zuweilen eine richtige Detektivarbeit.

Alina Rehrmann aus Calden wird ebenfalls ihren Vater bei der Jagd unterstützen. „Nach 9 Uhr abends soll ich ihn auf der Pirsch ablösen“, sagt die 21-Jährige. Sie steht vor einer Reihe von Sträuchern, die sie einer Art zuordnen soll. „Gar nicht so einfach, wenn die Blätter noch nicht aus den Knospen sind“, sagt sie und fügt hinzu, dass sie vor allem wegen der Liebe zur Natur eine Jägerausbildung macht. Ihre berufliche Zukunft stelle sie sich bei der Sozialversicherung vor. „Die Jagd ist ein schöner Ausgleich zur Büroarbeit“, sagt die 21-jährige Caldenerin.

Einige der übrigen Teilnehmer sind vom Schützenverein zur Jägerei gekommen, beispielsweise Frank Fabian. Er hat sich von Jägern, die im Schützenverein Hofgeismar üben, begeistern lassen. „Unter den angehenden Jägern sind alle Bevölkerungsschichten vertreten“, sagt Ausbilder Erhardt Rüsseler.

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