Jetzt im Einsatz

"Katwarn" im Kreis Kassel: Handy-App warnt bei Terror, Bränden und Hochwasser

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Kommt zum Beispiel bei Großlagen zum Einsatz: Das vom Fraunhofer-Institut entwickelte Warnsystem ging am Dienstag in die Hände des Landkreises Kassel über. Die Behörde entscheidet, in welchen Fällen wie gewarnt wird.

Kreis Kassel. Ob Großbrand, Hochwasser oder Gasleitungsdefekt – bei Gefahren im Landkreis Kassel soll ab sofort das Warnsystem Katwarn fürs Handy zum Einsatz kommen.

Über Katwarn können Katastrophenschutzbehörden und Rettungsleitstellen bei Gefahrenlagen wichtige Warnungen verschicken. Zusätzlich können die Behörden Empfehlungen geben, wie sich die Bevölkerung im Fall einer Gefahr verhalten soll.

Der Landkreis Kassel ist nicht der erste in der Region, der das System nutzt. In Waldeck-Frankenberg, Hersfeld-Rotenburg, Kreis Göttingen, dem Werra-Meißner-Kreis sowie dem Schwalm-Eder-Kreis ist Katwarn im Einsatz. Die Stadt Kassel macht allerdings nicht mit, sie warnt die Bevölkerung im Notfall über soziale Medien und die Seite notfall.kassel.de.

Landrat Uwe Schmidt, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Sparkassen-Versicherung (SV) Kommunal, Andreas Güttler und Ortwin Neuschwander vom Fraunhofer-Institut Fokus gaben am Dienstag den Startschuss für Katwarn. "Bei akuter Gefahr ist es wichtig, dass die Bevölkerung schnell informiert wird", sagte Schmidt. "In Zeiten, in denen fast jeder ein Mobiltelefon bei sich trägt, ist Katwarn eine gute Ergänzung zu bereits vorhandenen Warnsystemen."

In ruhigen Zeiten verließen sich fast alle Menschen auf den Notruf und die Feuerwehr, ergänzt Neuschwander vom Fraunhofer-Institut, das Katwarn entwickelt hat. "Normalerweise ist das auch richtig. Doch bei besonders großen Gefahrenlagen müssen Betroffene auch eigenständig handeln."

Ab sofort im Einsatz: Katwarn wird vom Landkreis Kassel gesteuert. Andreas Güttler (Vorsitzender der Geschäftsführung der SV Kommunal), Sebastian Mazassek (Kreisbrandinspektor), Uwe Schmidt (Landrat) und Ortwin Neuschwander (Fraunhofer-Institut) drückten am Dienstag symbolisch den roten Knopf für den Start. 

So meldet man sich an

Katwarn kann als App, SMS-Benachrichtigung oder E-Mail-Dienst verwendet werden. Die App gibt es zum Runterladen für das iPhone im App-Store, für Android-Handys im Google-Play-Store und für Windows-Geräte im Windows-Phone-Store.

Wer kein Smartphone hat, kann sich per SMS warnen lassen. Für die Anmeldung wird eine Kurznachricht an die Servicenummer 0163/75 5 88 42 mit dem Wort "KATWARN" und der Postleitzahl, für die Warnungen erhalten werden sollen, geschickt. Für den Bereich Fuldabrück wäre das zum Beispiel KATWARN 34277.

Wer per E-Mail gewarnt werden will, schickt ebenfalls eine SMS an dieselbe Nummer mit Katwarn 34xxx (je nach Postleitzahl) und seiner E-Mail-Adresse. Beispiel: KATWARN 34277 m.mustermann@mail.de.

Die App

Ein großer Vorteil der App ist die Möglichkeit, sich über die Ortserfassung des Smartphones direkt am Aufenthaltsort warnen zu lassen oder auch Ortsfavoriten zu registrieren. „Dank dieser Funktion empfängt das Handy alle Warnungen sowohl zum Standort des Nutzers, als auch für weitere Orte“, erklärt Landkreissprecher Harald Kühlborn. „Dabei verarbeitet die App nur den jeweils aktuellen Standort und erstellt kein Bewegungsprofil.“

In Aktion sieht das dann so aus: Das Handy summt, es leuchtet eine Benachrichtigung mit den Worten auf: „Warnung, geplante Bombenentschärfung“. Ein Tippen auf den Bildschirm und es folgen ausführlichere Informationen, zum Beispiel über das richtige Verhalten bei der jeweiligen Gefahr. Die Texte mit den Infos werden vom Landkreis eingegeben und übertragen.

Die Kosten

Katwarn ist für den Nutzer kostenlos. Die Kosten für die Einführung und den Betrieb trägt der Landkreis Kassel, die technische Plattform stellen die öffentlichen Versicherer zur Verfügung. Die Einrichtung kostet den Landkreis laut Harald Kühlborn einmalig 18.750 Euro, jährlich fällen 3570 Euro Gebühren an.

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