Kaum Plakate und Geschenke

Keine Materialschlacht im Landratswahlkampf

Überschaubar: Die Plakatierung der Bewerber Uwe Schmidt (SPD) und Patrick Weilbach (CDU) - unser Foto entstand in Niestetal-Heiligenrode - artete nicht in eine Materialschlacht aus. Foto: Ketteritzsch

Kreis Kassel. Von einer Materialschlacht in Form von Plakaten und Präsenten für das Wahlvolk kann im Landratswahlkampf kaum die Rede sein.

Eher spärlich wurden Konterfeis des Amtsinhabers Uwe Schmidt und Herausforderers Patrick Weilbach aufgeklebt, wenn man durch den Landkreis fährt. Und auch Prominente aus der Bundespolitik als Unterstützer wurden bislang kaum gesichtet.

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Aus seiner privaten Schatulle finanziert der amtierende Landrat Uwe Schmidt (60, SPD) seinen Wahlkampf. Über die Jahre habe er regelmäßig monatlich Geld beim SPD-Unterbezirk Kassel-Land angespart, teilte der Geschäftsführer des Unterbezirks, Sebastian Keese auf HNA-Anfrage mit. 17.500 Euro seien so zusammengekommen. Die seien von der SPD dann in den Wahlkampf reinvestiert worden.

Daraus wurden unter anderem 1350 klassische Papierplakate beschafft. Dazu noch 350 sogenannte Hohlkammerplakate mit einer speziellen Wabenstruktur, die dadurch leichter aufzustellen waren, erläuterte Keese.

Schwerpunkte der Plakatierung seien größere Städte wie zum Beispiel Baunatal gewesen. Dazu kamen noch 115.000 Kandidaten-Flyer. In Sachen Promis hatten die Sozialdemokraten die Generalsekretärin der Bundes-SPD, Nancy Faeser, im Aufgebot.

Deutlich schmaler fällt das Budget des CDU-Herausforderers Patrick Weilbach aus. Rund 10.000 Euro, größtenteils aufgebracht durch Spenden, standen dem 27-Jährigen für seinen Wahlkampf zur Verfügung. Aus diesem Topf finanzierte er knapp 50 Großflächenplakate, von denen mindestens eines in jedem Ort aufgestellt wurde. Dazu kamen noch 100.000 Flyer, 250 Plakate mit Weihnachtsgruß und 950 normale Porträtplakate.

Da die CDU eine ehrenamtliche Struktur habe und nicht jedes Mitglied aus Altersgründen bei der Organisation des Wahlkampfes habe mitmachen können, packte der CDU-Kandidat zumindest bei der Aufstellung der Großflächenplakate bei Wind und Wetter selbst mit an.

Wie knapp seine Bordmittel kalkuliert gewesen seien, erkenne man, wenn man sie mit den Berechnungen eines professionellen Wahlkampfmanagers vergleiche. Der kalkuliere laut Weilbach in der Regel mit 50 Cent pro Wahlberechtigtem. So gerechnet käme man schon an die 100.000-Euro-Marke heran.

Apropos Polit-Prominenz: Die CDU konnte mit dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier aufwarten, der vergangene Woche zum Neujahrsempfang der CDU Kassel-Land nach Baunatal gekommen war.

Von Stefan Wewetzer

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