Weitere Forderung: Bis 2030 Fuhrpark ohne Verbrennungsmotoren

Kreis Kassel darf keine Diesel-Autos mehr kaufen - fordern die Grünen

Kreis Kassel. Der Landkreis Kassel darf keine Diesel-Autos mehr kaufen. Außerdem soll der gesamte Fuhrpark bis 2030 frei von Verbrennungsmotoren sein. Beide Punkte werden von den Grünen gefordert.

Seit Kurzem können sich einige Mitarbeiter der Kreisverwaltung elektrisch durch die Region bewegen. Das erste E-Mobil ist mittlerweile in Hofgeismar stationiert. Bis Ende 2018 sollen es fünf Elektro-Fahrzeuge kreisweit sein.

Das hat der Kreisausschuss im Mai beschlossen. Der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen geht das jedoch nicht weit genug. Sie will den Fuhrpark des Landkreises komplett umrüsten.

Sie hat für die kommende Kreistagssitzung am Donnerstag, 14. September, beantragt, „bei der Neubeschaffung von Fahrzeugen für den Fuhrpark des Landkreises Kassel keine Diesel-PKW auszuschreiben.“ Gleichzeitig soll bis zum Jahr 2030 der gesamte Fuhrpark des Landkreises Kassel ohne Autos mit Verbrennungsmotoren auskommen. Stattdessen sollen E-Mobile, Autos mit Hybrid-, Erdgas- oder neuentwickelter, klimaneutraler und umweltfreundlicher Antriebe angeschafft werden. Zurzeit fahren 45 der 55 Autos im Fuhrpark mit Diesel.

Der Kreistag hat bereits im Dezember 2016 im Zuge der Haushaltsberatungen 2017 das Ziel formuliert, bis 2025 30 Prozent der Wagen des Fuhrparks mit Elektromotoren auszustatten. Der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen geht nun noch einen Schritt weiter. „Wir wollen ein klares Bekenntnis dazu haben, bis 2030 alle Verbrennungsmotoren abzuschaffen“, sagt Edmund Borschel, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag Kassel-Land.

Aus Sicht der Verwaltung gebe es keinen Grund, warum der Kreisausschuss diesem Antrag nicht zustimmen sollte, erklärt Harald Kühlborn, Pressesprecher des Landkreises Kassel auf Anfrage. „Es gibt keinen Grund, warum wir Diesel-Fahrzeuge haben müssten.“ Da der Kreis die Dienstwagen least, entscheiden am Ende aber auch wirtschaftliche Gesichtspunkte, erklärt der Kreissprecher. Ein Elektroauto können die Mitarbeiter des Landratsamts bereits nutzen. Dessen Leasing-Vertrag ist monatlich sogar günstiger, als der Vertrag des ersetzten Dieselfahrzeugs war.

Die Grünen haben die Kosten recherchiert und kommen zu dem Schluss, dass auf das Jahr gerechnet jedes E-Auto im Leasing circa 600 Euro teurer ist als die Dieselfahrzeuge. „Das muss uns die Umwelt wert sein“, sagt Edmund Borschel.

Allerdings muss zuerst die nötige Infrastruktur geschaffen werden. Denn die Dienstwagen müssen auch die längste Strecke im Landkreis bewältigen können. Vom Nord-Osten in den Süd-Westen sind es knapp 100 Kilometer.

Mit dem ersten Elektroauto im Fuhrpark wurde auch eine fahrzeugtyp-gerechte Wandladestation angeschafft, die in der Außenstelle Hofgeismar installiert wurde, wo der Wagen stationiert ist. Mit jedem neuen Elektroauto kommt laut Kühlborn auch eine Ladestation am jeweiligen Dienststandort hinzu.

„Ich gehe davon aus, dass sich die Ladeinfrastruktur und die Technik noch weiter verbessern werden“, sagt Harald Kühlborn. Im Kreishaus werde es über kurz oder lang eine größere Ladestation geben.

Rubriklistenbild: © dpa

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