Schokolade als Wechselanreiz?

Post vom Energieversorger: Eon-Pralinen als Bonbons für EAM

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Süßigkeiten von Eon: Der Konzern verschickt dieser Tage bundesweit Pralinen an seine Kunden - durchaus zur Freude des Konkurrenten EAM. 

Kreis Kassel. Tausende Kunden des Eon-Konzerns in der Region bekommen dieser Tage Post von dem Münchener Energieriesen, und zwar ausnahmsweise mal nicht einen Brief mit der Strom- oder Gasrechnung, sondern ein Päckcken.

Der Inhalt: ein Holzkästchen mit zehn erlesenen, handgemachten Pralinen und einer Karte. „Wir freuen uns, dass Sie schon länger Kunde sind“, heißt es in dem Text.

Mit dem Konkurrenzkampf zwischen Eon und dem Ende 2013 aus der Konzerntochter Eon Mitte hervorgegangenen Regionalversorger EAM hat die Pralinen-Aktion nach Auskunft von Eon-Sprecher Maximilian Heiler nichts zu tun. „Die Geschenke erhalten unsere Kunden im gesamten Bundesgebiet, von der Küste bis zu den Alpen und von Ost nach West“, sagte er auf HNA-Anfrage.

Gleichwohl könnten die Eon-Pralinen zu Bonbons für die EAM werden. Denn die süße Gabe könnte all jene, die noch immer davon ausgehen, dass sie EAM-Kunden geworden sind, tatsächlich aber noch immer von Eon versorgt werden, auf Wechselkurs bringen.

Zur Erinnerung: Bei der Übernahme der restlichen Eon-Mitte-Anteile durch zwölf Landkreise und die Stadt Göttingen erwarb die kommunale Seite für rund 700 Millionen Euro das Strom- und Gasnetz vom Eon-Konzern - der Vertrieb, also die Kunden, blieben dagegen bei Eon.

Die Folge: Die EAM musste unter der Führung des früheren Eon-Mitte-Chefs Georg von Meibom bei der Akquise von Kunden praktisch bei null anfangen. Sie setzt seither auf eine aufwändige PR-Kampagne, um Eon Strom- und Gasverbraucher abspenstig zu machen. Der Tenor: Wer wechseln will, muss selbst aktiv werden. Die Süßigkeiten der Konkurrenz kommen EAM da nicht ungelegen. „Wir freuen uns, wenn Eon ihre Kunden mit dieser Aktion darauf aufmerksam macht, dass sie nach der Rekommunalisierung der früheren Eon Mitte AG nicht automatisch wieder Vertriebskunde bei der neuen EAM geworden sind und jetzt schnellstens wechseln sollten“, so EAM-Sprecher Steffen Schulze.

Aktuelle Kundenzahlen nennt man bei dem Kasseler Energieversorger derweil nicht. Aus der Unternehmenszentrale heißt es lediglich: „Mit der Entwicklung unserer Kundenzahlen sind wir weiterhin sehr zufrieden und haben uns als neuer Energielieferant am Markt etabliert.“

Für die Konkurrenz in München haben die Kasseler noch einen Spruch parat. Man wolle nicht mit Süßigkeiten, sondern mit einem „guten und flächendeckenden Vor-Ort-Service“ und „attraktiven Produkten“ überzeugen: „Unsere Praline ist der Heimvorteil.“

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