Wichtiger Beitrag für die Attraktivität der Innenstädte

Entgegen dem Bundestrend: Spielzeughandel im Kreis Kassel wächst wieder

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Lego-Friends, Adventskalender oder Baby-Puppe: Amira (von links, 10) aus Oberkaufungen und Ayleen (6) aus Wellerode tauchten am Donnerstagnachmittag in Kellner’s Spielwelt ein. Auf unserem Bild werden die beiden kleinen Kundinnen von Einzelhandelskauffrau Sandy Schuchhardt (links, 26) und Teamleiterin Christina Bartl (28) beraten.

Kreis Kassel. Entgegen dem bundesweiten Trend gibt es in der Region wieder mehr Einzelhändler in der Spielwarenbranche

Entgegen dem bundesweiten Trend erleben die Spielwareneinzelhändler in der Region offenbar einen Aufschwung: Im Landkreis Kassel gibt es aktuell 36 Spielwaren-Einzelhändler. Im Jahr 2011 waren es nur 31. Auch in der Stadt Kassel stieg die Zahl von 22 im Jahr 2011 auf 26 in diesem Jahr, teilte IHK-Sprecher Andreas Nordlohne auf HNA-Anfrage mit. Allerdings beinhalten diese Zahlen alle Einzelhändler mit Spielwarensortiment, eine gesonderte Aufstellung nach inhabergeführten Spielwarenläden gibt es nicht.

Oliver  Stöhr

„Der Druck auf Spielwarenhändler, Verkaufstechniken und Arbeitsabläufe stetig zu ändern und anzupassen, ist groß - insbesondere aufgrund des Preis-Leistungs-Wettbewerbs, forciert durch den Online-Handel“, sagt Oliver Stöhr, Handelsreferent bei der IHK Kassel-Marburg. Die Inhaber müssten für den unternehmerischen Erfolg verschiedene Kanäle bespielen. Das Internet als Vertriebsweg sei inzwischen in der Regel Standard und ergänze den stationären Handel.

„Die Konsumenten fahren heutzutage mehrgleisig: Sie kaufen im Internet, suchen aber auch den Rat eines reallen Ansprechpartners, falls etwas nicht funktioniert“, erklärt Stöhr.

„Kauft er beim lokalen Händler, leistet er einen wichtigen Beitrag, die Attraktivität seiner Innenstadt oder seines Quartiers zu sichern.“

Der Spielwarenhändler vor Ort punkte hierbei und vor dem Kauf mit einer guten, fachkundigen Beratung. Schlussendlich trage jeder Konsument die Verantwortung für eine lebendige Handelslandschaft vor Ort. „Kauft er beim lokalen Händler, leistet er einen wichtigen Beitrag, die Attraktivität seiner Innenstadt oder seines Quartiers zu sichern.“

Ob ein klassisches Spielwarengeschäft funktioniert, hängt von mehreren Faktoren ab, sagt Ullrich Kellner, Inhaber von Kellners Spielwelt in Kaufungen. Der Einzelhändler führt ein gut laufendes Traditionsgeschäft. Sein Erfolgsgeheimnis: „Ein ausgeprägter Kundenservice und wirtschaftlich attraktive Einkaufskooperationen.“ Kellner ist breit aufgestellt und setzt auf „strukturelle Veränderungen“, um am Markt bestehen zu können. „Wir arbeiten mit der EK Servicegroup zusammen, bieten unseren Kunden eine informative Homepage und betreiben einen Onlineshop“, erklärt er (siehe Kasten rechts). Kellner bestätigt, dass seine Kunden heute durch das Internet besser informiert sind, aber trotzdem die Beratung und den Service in seinem Geschäft schätzen. „Wir spüren eine positive Entwicklung und sehen optimistisch in die Zukunft“, sagt Kellner.

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