Landratswahl: Die meisten wählten nicht

Kreis Kassel. Die Wahlbeteiligung bei der Landratswahl erreichte mit 26,3 Prozent einen historischen Tiefstand. Von 192.398 Wahlberechtigten schritten nur 50.540 an die Wahlurnen.

Der neue und alte Landrat Uwe Schmidt (SPD) erhielt damit die Legitimation für eine weitere sechsjährige Amtszeit von 30 628 Wählerinnen und Wählern - von weniger als einem Sechstel aller Wahlberechtigten also.

Gemessen an der Gesamteinwohnerzahl im Landkreis fällt die Bilanz noch schlechter aus. Der Landrat wird gestützt von nahezu nur einem Achtel der Bevölkerung zwischen Baunatal und Bad Karlshafen.

Landrat Uwe Schmidt fordert am Tag nach der Wahl Konsequenzen aus dem geringen Interesse. „Diese niedrige Wahlbeteiligung deute darauf hin, dass eine Kreisverwaltung und damit auch der Landrat in der Regel weit entfernt vom Alltag der Menschen agieren - wir sind eher eine Verwaltungsbehörde auf der mittleren Ebene und insoweit aus der Sicht der Bürger eher mit dem Regierungspräsidium, als mit einer Kommune vergleichbar.“

Schmidt will nun über den Hessischen Landkreistag eine wissenschaftliche Erhebung der bisherigen Direktwahlen von Landräten in Hessen anregen, die von der Universität Kassel in Angriff genommen werden könnte. Die Direkwahl des Landrats aber abzuschaffen, sei nicht das Ziel seiner Initiative.

Landratswahl: Uwe Schmidt (SPD) feiert Sieg im Kreishaus

Die CDU wunderte sich nach der Wahl, dass der junge Kandidat Weilbach es nicht geschafft habe, die jungen Wähler zu mobilisieren. Weilbach selbst spricht von einem längeren Prozess für dieses Vorhaben. Ansetzen müsse man im Schulunterricht, sagt er. „Das hat mit Bildung in der Schule zu tun. Und wir müssen die Probleme offen und ehrlich im Landkreis benennen.“ Das habe Schmidt im Wahlkampf nicht getan.

Landratswahl: Wahlparty der CDU in Baunatal

Von Sven Kühling

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Rubriklistenbild: © P. Dilling

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