Beerdigen ist teurer geworden

„Man muss ja Angst haben zu sterben“: Söhrewalder beklagt sich über Friedhofsgebühren 

Bestattungen in Söhrewald sind teurer geworden: Wer eine Bestattung in Söhrewald möchte – das Foto zeigt den Friedhof Wellerode – muss dafür mehr Geld einplanen. Foto:  Renner

Söhrewald. „Man muss ja Angst haben zu sterben“, sagt ein Söhrewalder Bürger, der seinen Namen nicht nennen möchte, mit Blick auf die aktuellen Friedhofsgebühren.

2014 hatte er bereits mit seiner Frau berechnet, was die Kinder im Fall des Todes für die Eltern zahlen müssen. Nun hat der ältere Herr noch einmal nachgeschaut und sich erschrocken. „Das ist eine Erhöhung um 32 Prozent und das in wenigen Jahren“, ärgert er sich.

Noch 2014, das zeigt eine Übersicht, hat die Nutzung der Friedhofskapelle in Wellerode oder Wattenbach 332 Euro gekostet, nach der neuen Gebührenordnung, die seit Dezember gültig ist, sind es 439 Euro. Das Ausheben und das Schließen eines Urnengrabs kostete 207 Euro, mittlerw,eile sind es 274 Euro. Wer eine Urnengemeinschaftsanlage in Wellerode oder Eiterhagen belegen möchte, zahlte dafür noch 2014 rund 2000 Euro, nun sind es mehr als 2700 Euro.

„Stößt sauer auf“

Michael Steisel

Für eine Beerdigung pro Person hatte der Söhrewalder vor gut zwei Jahren 2616 Euro an Gebühren für die Gemeinde berechnet, nun sind es 3460 Euro. „Das stößt einem Otto Normalverbraucher sauer auf“, sagt er verärgert. Denn die Gebühren, die die Kommune für eine Bestattung fordere, seien nur ein Teil der Kosten, die man als Angehöriger stemmen müsse. Ob sich seine Kinder dies noch leisten könnten, habe er sich schon gefragt.

Söhrewalds Bürgermeister Michael Steisel (SPD) sagt, dass die „schwierige finanzielle Situation der Gemeinde“ eine „permanente Überwachung der Gebührenentwicklungen“ erfordere. Mit Blick auf die Haushaltskonsolidierung sei die Gemeinde aufgefordert, Gebühren an die Ergebnisentwicklung anzupassen. Entsprechend habe der Arbeitskreis Haushaltssicherungskonzept 2013 empfohlen, die Bestattungsgebühren auf der Basis der bestehenden Kalkulation in den Jahren 2014, 2015 und 2016 jeweils um 15 Prozent zu erhöhen. Dem habe die Gemeindevertretung auch zugestimmt, so Steisel.

„Gebühren im Auge behalten“

Aufgrund des Konzepts zur Haushaltssicherung 2016 habe die Gemeindevertretung die Verwaltung beauftragt, „die Friedhofsgebühren weiter im Auge zu behalten. Auf der Basis des vorläufigen Ergebnisses aus dem Jahr 2016 war für das Haushaltsjahr 2017 eine erneute Anhebung der Friedhofsgebühren erforderlich. Eine weitere Verbesserung des Kostendeckungsgrades wird angestrebt“, sagt Michael Steisel.

Mit anderen Worten: In Zukunft könnten die Gebühren rund um Bestattungen noch weiter steigen. Der Aufwand sei zum Teil witterungsabhängig.

Eine generelle Aussage für die Entwicklung der Gebühren könne aber nicht getroffen werden. Auch deshalb, weil die Sterbezahlen nicht vorhergesehen werden könnten. Erträge seien deshalb nur schwer zu kalkulieren.

Info:Die Friedhofsordnung sowie die entsprechende Gebührenordnung ist einsehbar auf der Internetseite www.soehrewald.eu unter dem Reiter Rathaus, Ortsrecht.

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