Abschnitt zwischen Niederkaufungen und Papierfabrik

Neubau der Autobahn 44: So werden Anwohner vor Lärm geschützt 

+

Kreis Kassel. Mit der Entscheidung von Bund und Land, den A44-Abschnitt von Helsa nach Kassel durch das Lossetal zu bauen, besteht auch deutlich mehr Klarheit über Streckendetails.

Die HNA stellt den A44-Verlauf zwischen Helsa und Kassel in drei Abschnitten vor. Hier wird der Streckenteil von der L 3203 (Landstraße von Niederkaufungen nach Lohfelden) über die neue Anschlussstelle Kaufungen bis hinüber zum neuen A7/A44-Autobahndreieck Kassel Ost erläutert.

LANDSTRASSE L 3203

Von Osten kommend gleich hinter dem Setzebachtal wird die Landstraße L 3203, die Niederkaufungen mit Lohfelden verbindet, die A44 mit einer Brücke überspannen. Baulich ist das möglich, weil die Autobahntrasse in diesem Bereich bis zu neun Meter tief in den Erdboden eingelassen ist (Trogtrasse). Die L 3203 bleibt weiter wie bisher an die B7 angeschlossen.

ANSCHLUSS KAUFUNGEN

Lesen Sie auch

So soll die A44-Trasse ab der Kunstmühle im Detail verlaufen

Die Anschlussstelle Kaufungen wird komplett neu gebaut. Sie wird die zwei Kilometer weiter westlich liegende A7-Anschlussstelle Kassel Ost ersetzen. Der neue Anschluss verbindet die A44 nicht direkt mit der Leipziger Straße (baulich wegen der vorhandenen Tramstrecke nicht möglich), sondern mit der K10, jener Landstraße, die westseitig der geplanten A44-Trasse nach Lohfelden-Ochshausen führt. Ostseitig wird die K10 via Kreisel an die B7 angebunden, die dann wiederum 200 Meter weiter nördlich via Brücke (über die Tramtrasse) und Spange die Verbindung zur Leipziger Straße herstellt. Im weiteren Verlauf zwischen Leipziger Straße bis nach Kassel wird die B7 dann komplett abgebaut werden. 

ANBINDUNG GEWERBEGEBIET

Die Anschlussstelle Kaufungen wird das Gewerbegebiet Papierfabrik also nicht direkt über die Leipziger Straße anbinden – dafür aber über die K10. Noch fehlt dafür ein kurzes Straßenstück von der Anschlussstelle (K10) bis hin zur Industriestraße. Diese Straße müsste von der Kommune gebaut werden. „Damit wäre nicht nur eine adäquate Anbindung der A44 an das Gewerbegebiet gewährleistet“, sagt Hessen Mobil-Planungsdezernent Ralf Struif. Auch ließe sich so der noch unbebaute östliche Bereich des Gewerbegebietes Papierfabrik leichter erschließen. 

LÄRMSCHUTZ

Dort, wo die A44 nicht in den Boden eingelassen werden kann (Trogtrasse), werden Erdwälle bis zu 13,5 Meter Höhe aufgeschüttet (im Bereich der Anschlussstelle Kaufungen) oder eine bis zu 4,50 Meter hohe Lärmschutzwand gebaut (zwischen der Überbrückung der Leipziger Straße bis etwa zur Kläranlage). Die Anlagen sollen Niederkaufungen vor Lärm schützen. Zum Gewerbegebiet Papierfabrik hin ist kein Schallschutz geplant.

AUTOBAHNDREIECK

Die A44 wird mit einem Autobahndreieck an die A7 angebunden. Die Anschlussstelle Kassel Ost fällt damit komplett weg. Der ganze heutige Kreuzungsbereich Anschlussstelle/Leipziger Straße wird vollständig verschwinden.

Bis 2030 wird gebaut Planfeststellung beginnt im Sommer 2018

Aktuell ist Hessen Mobil mit der weiterführenden Ausplanung der Lossetrasse beschäftigt. „Hier gilt es noch viele Details – auch im Zusammenspiel mit Bund und Land – zu klären“, sagt Hessen Mobil-Planungsdezernent Ralf Struif. So könne mit der Einleitung des Planfeststellungsverfahrens – mitsamt öffentlicher Auslegung und Anhörungsverfahren – wohl erst Mitte 2018 begonnen werden. Frühestens ein Jahr später sei dann mit dem Planfeststellungsbeschluss durch die Planungsbehörde zu rechnen. „Wenn dann niemand klagt, könnten wir mit dem Bau beginnen“, sagt Struif. 

Begonnen werde zunächst mit dem 1400 Meter langen Tunnel Helsa. „Solch ein Tunnel benötigt seine sechs bis sieben Jahre – inklusive sämtlicher Bauvorbereitungen und Abschlusstests“. In dieser Zeit werde gleichzeitig mit dem Bau der Brücken begonnen. Erst zum Schluss sei die eigentliche Autobahntrasse an der Reihe, „weil die am schnellsten geht“. So könnte der A44-Abschnitt zwischen Helsa und Kassel womöglich schon 2016/2017 fertig sein, „wenn alles ganz reibungslos geht“, sagt Struif. Erfahrungsgemäß gebe es jedoch immer Verzögerungen. So sei das Jahr 2030 für die Verkehrsfreigabe schon wahrscheinlicher. (bon)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.