Nur in Ahnatal gab es 2017 mehr Straftaten

Polizei legt Kriminalstatistik vor - Deutlich weniger Wohnungseinbrüche 

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Verstärkte Polizeipräsenz: Im Landkreis Kassel gab es im vergangenen Jahr weniger Wohnungseinbrüche. 

Kreis Kassel. Es ist ein allgemeiner Trend und es ist ein positiver: Im Landkreis Kassel mit seinen 29 Kommunen wurden insgesamt weniger Straftaten begangen als im Jahr davor.

2017 wurden 7138 Straftaten registriert, im Jahr davor waren es noch 307 mehr (2016: 7445).

Besonders stark war der Rückgang bei Wohnungseinbrüchen. Nur halb so oft wie im Vorjahr wurde 2017 in Wohnungen im Landkreis eingebrochen. Die Zahl sank von 400 (2016) auf 204 (2017). „Das ist ein sehr deutlicher Rückgang“, sagt Frank Knublauch, neuer Chef im Polizeirevier Nord, bei der Vorstellung der Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Nordhessen.

Ein Grund für den Rückgang seien auch spezielle Programme der Polizei. „Die wurden extra entwickelt, um Tendenzen aufzuzeigen, wo man zum Beispiel verstärkt mit Wohnungseinbrüchen rechnen kann“, erklärt der Chef des Polizeireviers Nord. An diese Orte würden dann verstärkt Beamte geschickt. Auch Präventionsmaßnahmen wie den „Wachsamen Nachbarn“ unterstützt die Polizei, um die Bürger weiter zu sensibilisieren.

Die Aufklärungsquote sei im Landkreis Kassel mit 57,8 Prozent gleich hoch geblieben, sagte Knublauch. Positiv sei unter anderem auch, dass es einen Rückgang beim Straßenraub gebe. „Straßenraub findet die Öffentlichkeit massiv beängstigend“, erklärte Knublauch. Es gab zudem auch weniger Diebstähle im Landkreis Kassel. Bei den schweren Diebstählen gab es 196 Taten weniger. „Das ist der niedrigste Stand seit fünf Jahren“, sagt Knublauch. In den vier nördlichen Kommunen (Ahnatal, Espenau, Fuldatal und Vellmar) spiegelt sich der allgemeine Trend wider.

AHNATAL

Einzig in Ahnatal ist die Zahl der Straftaten gestiegen, und das gleich um 30 Taten von 150 (2016) auf 180 (2017). „Vor allem die Wohnungseinbrüche haben in Ahnatal zugenommen“, erklärt Frank Knublauch. „Aber wir arbeiten daran.“ Die Polizei schickt nun verstärkt Streifen nach Ahnatal und es laufen auch andere präventive Maßnahmen, sagte Knublauch. Überall sonst seien die Zahlen relativ konstant geblieben. So wurden zum Beispiel weniger Raubdelikte gemeldet, dafür wurden einige wenige Sachbeschädigungen mehr gemeldet. Die Aufklärungsquote lag 2016 bei 51,3 Prozent, ein Jahr später sank sie auf 43,9 Prozent (2017).

ESPENAU

In Espenau gab es einen Rückgang der Straftaten von 146 (2016) auf 118 (2017). „Dort haben wir insgesamt einen erfreulichen Rückgang“, sagt Knublauch. Beim einfachen sowie beim schweren Diebstahl wurden weniger Fälle gemeldet, bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten sank die Zahl der Straftaten sogar fast um die Hälfte von 40 (2016) auf 22 (2017). Die Aufklärungsquote sank leicht von 61 Prozent auf 59,3 Prozent.

FULDATAL

Auch in Fuldatal gab es einen Rückgang der Straftaten, um insgesamt 23. Bei den Wohnungseinbrüchen sank die Zahl von 23 (2016) auf lediglich 8 (2017). Allerdings gab es mehr Anzeigen bei den einfachen Diebstählen, vor allem bei den Ladendiebstählen: Hier wurden 13 mehr Fälle zur Anzeige gebracht als 2016 (Anstieg von 44 auf 57). Die Aufklärungsquote sank leicht von 58,6 Prozent (2016) auf 56,8 Prozent (2017).

VELLMAR

In Vellmar ist der Rückgang der Straftaten besonders hoch. Dort wurden 2016 noch 679 Straftaten zur Anzeige gebracht, ein Jahr später waren es nur noch 563, 116 weniger. Vor allem bei den Wohnungseinbrüchen sei der Rückgang sehr deutlich, sagt Knublauch. Dort sank die Zahl von 65 (2016) auf nur 13 (2017) Einbrüche. Allerdings wurden mehr Vermögens- und Fälschungsdelikte gemeldet. Dort stieg die Zahl von 107 (2016) auf 116 (2017). Auch die Aufklärungsquote ist in Vellmar gestiegen. Sie lag 2016 noch bei 54,5 Prozent, ein Jahr später bei 59,7 Prozent.

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