Neue App von Hessen Forst

Schnelle Unfallhilfe auch im Wald

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Hilfe aus der Luft: Dank der 300 Rettungspunkte in Waldgebieten im Landkreis Kassel können bei schweren Unfällen Hilfskräfte schnell vor Ort sein – wenn es sein muss auch mit dem Helikopter. In der Region um Kassel würde hierfür der Rettungshubschrauber Christoph 7 eingesetzt werden (Foto). Er ist auf dem Dach des Rot-Kreuz-Krankenhauses in Kassel stationiert.

Kreis Kassel. Hessen Forst bietet eine App für Wanderer, Sportler und Reiter an. Sie lotst Helfer bei Unfällen im Wald schnell zu einem der 300 Rettungspunkte im Landkreis.

Kreis Kassel. Egal ob Wanderer, Sportler, Reiter oder Radfahrer: Kommt es in den Waldgebieten im Landkreis Kassel zu einem Unfall, werden Hilfskräfte nicht lange brauchen, um am Unfallort zu sein - entweder mit dem Rettungswagen oder mit dem Rettungshubschrauber.

Dafür sorgt die sogenannte Rettungskette, die noch nie so gut ausgebaut war wie heute. Die Rede ist von einzelnen Rettungspunkten, die in regelmäßigen Abständen in bewaldeten Gebieten mit kleinen grünen Schildern gekennzeichnet sind. Sie alle tragen ein weißes Kreuz sowie eine eindeutige Kennung mit der Abkürzung des Landkreises und einer ein- bis vierstelligen Nummer. Beispiel: KS 405.

Wird diese Kennung beim Absetzen eines Notrufes genannt, wissen die Rettungskräfte sofort, dass sich der Unfall in der Nähe der Königs-Alm bei Nieste ereignet hat. Wichtig hierbei: Derjenige, der den Notruf abgesetzt hat, sollte an genau diesem Rettungspunkt auf die Hilfskräfte warten, um sie dann an den Unfallort im Wald führen zu können.

Allein im Landkreis Kassel gibt es inzwischen rund 300 Rettungspunkte - in ganz Hessen sind es 4300. Sie alle liegen meist an gut ausgebauten Forstwegen und sind daher schnell für Rettungsfahrzeuge aller Art zugänglich. Im Landkreis sind etwa 90 von ihnen sogar für einen Hubschrauber erreichbar.

Die Rettungspunkte sind im Notfall Treffpunkt für Rettungskräfte wie auch für jene Person, die den Notruf abgesetzt hat. Unser Bild zeigt den Rettungspunkt KS 405. Er steht nahe der Königs-Alm bei Nieste.

Was Hessen-Forst ursprünglich für die Sicherheit von Waldarbeitern ersonnen hat, wird nun auch für Waldbesucher attraktiv. So bietet Hessen-Forst für Mobilgeräte jetzt die kostenlose App „Hilfe im Wald“ an. Damit kann ein Waldbesucher den jeweils nächstliegenden Rettungspunkt schnell finden. Für den Notruf zeigt die App die Daten des anvisierten Rettungspunktes an. Vereinfacht wird die Navigation mit der Darstellung einer Landkarte oder eines Luftbildes.

Aber auch wenn der Mobilfunkempfang mal ausfallen sollte: Über GPS können Wanderer oder Radfahrer immer noch ermitteln, wo sich gerade der nächste Rettungspunkt befindet. Die App gibt es aktuell als Android- oder Windows-Phone-Version. Eine iOS-Version soll es Anfang 2016 geben. Waldbesucher ohne Mobilgeräte können sich vor ihrem Ausflug einen Überblick aller Rettungspunkte auf der Internetseite www.geoportal.hessen.de/portal/karten.html? WMC=35 verschaffen.

„Wir haben diese Rettungskette, aber sie wird gottlob nur selten in Anspruch genommen“, sagt Thomas Gola von Hessen-Forst. So gebe es mit Blick auf die Waldarbeiter im ganzen hessischen Staatswald pro Jahr nur etwa 70 meldepflichtige Unfälle. Davon seien aber die wenigsten so schwer, „dass tatsächlich ein Rettungsfahrzeug rausfahren muss“, sagt Gola. Unfallzahlen mit Wanderern, Reitern, Sportlern oder Radlern gebe es gar nicht - wohl auch wegen der Seltenheit der Fälle.

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