Uwe Schmidt über Karsten Honsel

Skandal um neuen GNH-Chef: Landrat Schmidt rechtfertigt sich

Neuer GNH-Chef: Karsten Honsel

Kreis Kassel. Die umstrittene Berufung des wegen eines Millionendefizits am Klinkum Hannover ins Gerede gekommenen Managers Karsten Honsel zum neuen Vorstandschef der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) hat ein politisches Nachspiel im Kreis Kassel.

Während einer nicht öffentlichen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses sowie des Sozialausschusses des Kreistages am kommenden Dienstag im Kreishaus in Kassel will Landrat und GNH-Aufsichtsratsmitglied Uwe Schmidt (SPD) zu der umstrittenen Personalie Stellung nehmen. Nach HNA-Informationen nehmen an der als „Informationsveranstaltung“ deklarierten Zusammenkunft auch die Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen von SPD, CDU, Grünen, FDP, Linken und Freien Wählern teil. Außerdem dabei: Kreistagsvorsitzender Andreas Güttler (SPD) und die fraktionslosen Kreistagsmitglieder der Piraten- und der Tierschutzpartei.

Mit der Einladung zu der „Informationsveranstaltung“ reagiert Landrat Schmidt auf eine Forderung der Christdemokraten. Sie hatten bereits im Dezember eine Sondersitzung der beiden Ausschüsse gefordert. Für den Fall, dass die Mitglieder der Gremien nicht außerplanmäßig zusammengerufen werden, hatte die CDU angekündigt, eine Sondersitzung des 81-köpfigen Kreistags zu beantragen.

Dass die Veranstaltung nicht öffentlich ist, begründet Schmidt in einem Schreiben an die Teilnehmer der GNH-Runde mit den „Vorgaben des Aktienrechts“.

In einer dem Brief beigefügten Information, die dieser Zeitung vorliegt, räumt Schmidt ein, dass der von der Stadt Kassel mit der Auswahl von Kandidaten für den Chefposten beauftragte Personalberater den GNH-Aufsichtsrat nicht über das gegen eine Geldbuße eingestellte Strafverfahren gegen Honsel wegen des Verdachts der Fördertung der Scheinselbstständigkeit informiert hat. Er sei allerdings sicher, dass der Aufsichtsrat Honsel auch dann gewählt hätte, wenn er von dem Strafverfahren gewusst hätte, schreibt Schmidt.

„Haarsträubender Unsinn“

Der HNA wirft der Landrat schriftlich vor, den „Umstand“ zu einem Skandal hochstilisiert zu haben. Einen möglichen Zusammenhang zwischen der Besetzung des GNH-Chefsessels und der angeblichen Nähe Honsels zur SPD bezeichnet Schmidt in dem Papier an die Kreispolitiker als „haarsträubenden Unsinn“.

Von Peter Ketteritzsch

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