Gebühren im Landkreis Kassel um 1,2 Prozent gestiegen

So teuer ist unser Wasser

Kreis Kassel. Während die Kosten für Trink- und Abwasser in der Stadt Kassel (243,49 Euro) unverändert geblieben sind, stiegen sie im Landkreis Kassel um durchschnittlich 3,07 Euro auf insgesamt 253,36 Euro.

Das geht aus einer Analyse des Statistischen Landesamtes hervor. Als Berechnungsgrundlage haben die Statistiker Daten aus den Jahren 2014 und 2016 miteinander verglichen und hessenweit einen durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 126 Liter Wasser pro Tag festgelegt.

Gebühren-Spitzenreiter im Altkreis Kassel ist nun Helsa mit insgesamt 281,02 Euro pro Kopf. Am günstigsten sind die Kosten für Trink- und Abwasser in Niestetal: 169,75 Euro.

Kompaktes Netz in Niestetal

Dennis Bachmann, kaufmännischer Betriebsleiter der Gemeindewerke Niestetal, nennt drei Gründe für die im am stärksten gefallenen und nun insgesamt niedrigsten Wasserkosten: „Da wir nur zwei Ortsteile haben, verfügen wir ohnehin über ein kompaktes Netz, für das nur geringe Unterhaltungskosten anfallen“, sagt er. „Zudem hatten wir in den letzten Jahren moderate Instandsetzungskosten und konnten insgesamt gut wirtschaften.“

Allerdings hat die Gemeinde zum 1. Januar 2017 die Gebühren deutlich erhöht: Pro Kubikmeter Trinkwasser fallen in Niestetal statt 1,26 Euro ab sofort 1,80 Euro an. Bachmann erklärt den Gebührenanstieg mit anstehenden Investitionen in die Förderanlagen sowie mit in der Vergangenheit zu niedrig geplanten Gebühren. Da der Gebührenhaushalt nach dem Hessischen Kommunalabgabengesetz kostendeckend sein muss, „müssen wir uns die zu vorsichtig kalkulierten Gebühren jetzt wiederholen“, erklärt Bachmann.

13 Prozent mehr in Fuldatal

In Fuldatal hingegen sind die Kosten seit 2014 um mehr als 13 Prozent gestiegen –  Spitzenwert im Altkreis Kassel. Umgerechnet entspricht das Mehrkosten in Höhe von 30,40 Euro. „Wir mussten die Gebühren anpassen, weil die Gemeinde zuvor mit Wasser jahrelang Verlust gemacht hat.“, sagt Martin Knopp, Fachbereichsleiter für Tiefbau in Fuldatal. Mit der Gebührenerhöhung liegt die Gemeinde nun leicht über dem Landkreis-Durchschnitt. „Dass Wasser bei uns nicht billig ist, erklärt sich auch durch die Topographie Fuldatals“, sagt Knopp. Um alle sechs Ortsteile versorgen zu können, müssen teils mehr als 100 Höhenmeter überwunden werden, hinzu kommen kilometerlange Verbindungsleitungen entlang der Fulda.

Ähnlich anspruchsvoll ist auch die Versorgung in Helsa, der Gemeinde mit den höchsten Wasserpreisen im Altkreis. Hinzu kommt, dass Helsa über drei Brunnen verfügt und vor rund 30 Jahren ein Klärwerk für damals 20 Millionen D-Mark gebaut hat. „Die Last der Kosten spiegelt sich noch heute in den Gebühren wieder“, sagt Bürgermeister Tilo Küthe.

Im Hessen-Vergleich sind die Wasserkosten in den Altkreis-Kommunen relativ niedrig. Landesweit kosteten Trink- und Abwasser pro Kopf 276 Euro im Jahr. Das entspricht einem Anstieg um 1,5 Prozent. Davon entfielen 156 Euro auf Abwasser und 120 Euro auf Trinkwasser.

Rubriklistenbild: © dpa

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