Spürhund entdeckte zwei Luchse in der Söhre und im Kaufunger Wald

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Neuzugang in der Söhre: Luchs-Männchen Yuki wurde nicht nur von Hündin Nara aufgespürt. Auch tappte er mehrfach in die Fotofallen der Forscher aus Göttingen. Neben Yuki streift noch Luchs-Männchen Felux im Kaufunger Wald und in der Söhre umher. Beide Männchen haben getrennt Reviere.

Kreis Kassel. Die Suche nach Luchsen im Kaufunger Wald sowie in der Söhre mit einem Spürhund im Januar (HNA berichtete) hat positive Ergebnisse erbracht.

„Unsere Spürhündin Nara hat tatsächlich den Kot von zwei verschiedenen Luchsen aufgespürt“, sagt der Luchsforscher Markus Port vom Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie mit Sitz in Göttingen. Damit sei bestätigt, dass im Kaufunger Wald wie auch in der Söhre mindestens zwei der Pinselohren dauerhaft ihre Reviere gefunden haben.

Ein dritter Luchs wurde weiter nördlich in Richtung Harz nachgewiesen. „Einer der Luchse, der Kuder Felux (Kuder bedeutet männlicher Luchs, Anm. d. Red.) ist in der Söhre wie auch im Kaufunger Wald schon seit längerem unterwegs“, sagt Port. Neu sei jedoch ein zweites Männchen, das hauptsächlich bei Spangenberg östlich von Melsungen durch die Wälder streife und auf den Namen Yuki getauft wurde. „Yuki ist uns nicht unbekannt“, sagt Port.

Yuki aus Harz zugewandert

„Anhand genetischer Untersuchungen des gefundenen Kots haben wir nachgewiesen, dass Yuki aus dem Harz zugewandert ist.“ Tatsächlich sei Yuki zuletzt im April 2016 im Harz nachgewiesen worden.

Untersucht wurden die Kot-Proben im Auftrag der Abteilung Naturschutz des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) vom Fachgebiet Naturschutzgenetik an der Außenstelle der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in Gelnhausen.

So positiv der Neuzugang ist: Die neu gewonnenen Daten, die zusätzlich durch zahlreiche Fotos von Fotofallen untermauert werden, zeigen aber auch, dass sich der Luchsbestand in den Wäldern Nordhessens noch nicht wieder erholt hat. So waren zum Jahreswechsel 2014/15 noch sechs Luchse in der Region unterwegs gewesen. Danach brach der Bestand dramatisch zusammen. Grund dafür war vermutlich die Fuchsräude – eine gefährliche und oft tödliche, durch Parasiten verursachte Hauterkrankung.

Feine Nase für Luchs-Kot: Spürhündin Nara unterwegs im Wald mit Hundeführerin Elena Jeß. Foto: Uni Göttingen / nh

„Was uns jetzt fehlt, sind Weibchen“, sagt Port. „Nur so können wir auf Nachwuchs hoffen.“ Weibliche Luchse würden jedoch oft nicht so weit wandern wie die männliche Luchse. So könne der Zuzug einer Luchs-Dame durchaus noch etwas auf sich warten lassen. „Wenn eine Luchs-Frau kommt, dann wird sie wahrscheinlich auch aus dem Harz stammen“, so Port. Immerhin waren im dortigen Nationalpark zwischen den Jahren 2000 und 2006 insgesamt 24 Tiere ausgewildert worden.

Vom Wolf keine Spur

Aber auch die Knüll-Region kommt als Quellgebiet infrage. Zwar wurde dort nach Luchsen noch nicht gesucht, jedoch ist ein Vorkommen dort durchaus denkbar.

Vom Wolf keine Spur: In Sachen Wolfs-Kot wurde Hündin Nara in diesem Winter nicht fündig. Foto: dpa

Und noch etwas brachte die Suche mit einem Spürhund im Januar zutage: „Wenigstens in diesem Winter ist kein einziger Wolf durch die Region gezogen“, sagt Port. Hündin Nara, die nicht nur Luchs-Kot, sondern auch Wolfs-Kot erschnüffeln kann, sei kein einziges Mal fündig geworden.

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