Mit Biogas, Elektroautos und LED

Städte und Gemeinden im Kreis Kassel kämpfen für den Klimaschutz

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Vielseitig Strom gewinnen: Das Bild zeigt den Solarpark am Lindenberg bei Schauenburg-Breitenbach, der Mitte Mai in Betrieb genommen werden soll.

Kreis Kassel. Bis zum Jahr 2050 sollen Treibhausgase um 90 Prozent reduziert werden. Wir haben im Kreis Kassel nachgefragt, wie der abstrakte Begriff „Klimaschutz“ umgesetzt wird.

Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) hat den Abbau der klimaschädigenden Gase um 90 Prozent kürzlich als Mindestmaß festgelegt. Wir haben in Baunatal, Vellmar, Nieste, Schauenburg und Fuldatal nach der konkreten Umsetzung gefragt.

Energieeffizienz

Fast überall im Kreis werden die Straßen mit LED-Lampen beleuchtet. Der Austausch der Glühbirnen erfolgt nach und nach, immer dann, wenn eine Reparatur notwendig ist. Laut Susanne Bräutigam, Sprecherin der Stadt Baunatal, gelangt beispielsweise die Kita Hünstein ausschließlich durch Energiesparlampen an ihr Licht.

Solarkraft

Auch Solarenergie und Windkraft spielen in vielen Kommunen eine große Rolle. „Obwohl wir nur eine kleine Gemeinde sind, wollen wir uns mit Solaranlagen auf den Dächern des Kindergartens, der Feuerwehr und des Dorfgemeinschaftshauses am Klimaschutz beteiligen“, sagt Benjamin Boßmann von der Gemeindeverwaltung Nieste.

In Vellmar gibt es in den Neubaugebieten laut Peter Pilatzki, Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung und Umwelt, sogar eine Auflage, Solarenergie zu erzeugen. Ein Solarpark ist ebenfalls am Lindenberg bei Breitenbach (Schauenburg) im Aufbau und soll Mitte Mai in Betrieb genommen werden.

Windkraft

Der Windpark Stiftswald ist mit neun Anlagen der Größte im Landkreis. Die Kommunen haben, genau wie beim Windpark Rohrberg und Söhrewald/Niestetal, die Möglichkeit, sich anteilig zu beteiligen.

25 000 Haushalte können laut Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke Kassel, mit dem erzeugten Strom der Windräder versorgt werden. Jedes Windrad produziert 3000 Kilowattstunden Strom.

Heizung

Im Sinne des Klimaschutzes steht auch die Kläranlage mit zwei modernen Blockheizkraftwerken in Kirchbauna. Ähnliches plant die Gemeinde Fuldatal. „Wir wollen das Schwimmbad, die Gesamtschule und die Sporthalle mit Energie aus einem Blockheizkraftwerk versorgen“, sagt Vera Eing vom Fachbereich Umwelt und Naturschutz der Gemeinde Fuldatal. Im Schwimmbad seien außerdem elektronische Umwälzpumpen eingebaut worden.

Elektromobilität

Elektrobetriebene Verkehrsmittel und ausgebaute Radwege sind in den Kommunen ein wichtiger Bestandteil des Klimaschutzes. „In Baunatal gibt es vier Stromtankstellen für E-Fahrzeuge“, sagt Bräutigam.

In Fuldatal ist laut Eing eine Ladestation am Rathaus in der Bruchstraße sowie eine Station in der Weserstraße mit je zwei Ladesäulen geplant. Vellmars verkehrstechnische Besonderheit für den Klimaschutz ist laut Fachbereichsleiter Pilatzki die Anbindung an die Straßenbahn.

Stadtentwicklung

Bei der Renovierung von öffentlichen Gebäuden achten alle Kommunen darauf, Hausfassaden, Fenster und Dachflächen sinnvoll zu dämmen, damit möglichst viel Wärme gespeichert werden kann. Das neue Bürgerhaus in Vellmar wird nach modernen Standards gebaut, sagt Pilatzki. Auch in Fuldatal wird laut Eing darauf geachtet, dass Hausfassaden optimal gedämmt werden.

Zu einer klimafreundlichen Stadtentwicklung gehört zudem der Anteil von Grünanlagen in der Stadt. In Baunatal sind rund 10 000 Bäume im gesamten Stadtgebiet gepflanzt. Auch in Nieste gibt es seit 2002 eine Parkanlage im Ort.

Hintergrund: Temperatur auf der Erde steigt an

Verantwortlich für die hohe CO2-Belastung in der Atmosphäre ist der Ausstoß von Treibhausgasen vor allen Dingen in den Industrie- und Schwellenländern. Laut den UN-Klimaforschern ist weltweit ein Temperaturanstieg bis zur Jahrhundertwende um bis zu 6,4 Grad Celsius möglich, wenn sich in der Art und Weise der Energieerzeugung nicht drastisch etwas ändert. Deutschland hat im Jahr 2011 den schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Seither bekommt der Ausbau von erneuerbaren Energien eine zentrale Rolle, um CO2-Ausstoß zu minimieren.

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