Fünf Jahre war Kreisstraße gesperrt

Buckelpiste der Rekorde bei Hohenkirchen wird endlich saniert

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Kreis Kassel. Die ganze Welt ist voller sanierungsbedürftiger Straßen, aber die Kreisstraße 33 bricht vermutlich alle Rekorde.

Seit fünf Jahren ist der Verbindungsweg zwischen Espenau-Hohenkirchen und der Bundesstraße 83 gesperrt, weil der marode Zustand der Straße Auto- und Radverkehr nicht mehr zuließ. Nun kommt endlich Bewegung in die Angelegenheit.

Nach etlichen Anläufen und nach intensiven Gesprächen mit der Gemeinde hat die Kreisverwaltung jetzt beschlossen, die Straße auf einfachem Weg zu sanieren. „Einfach bedeutet, dass die Straßendecke erneuert wird, aber dass es keinen richtigen Straßenausbau geben wird“, erklärt Kreissprecher Harald Kühlborn.

Die Straße wird also frost- und wintersicher gemacht, um Löcher in der Decke zu verhindern, aber es wird keinen größeren Ausbau, also zum Beispiel eine Verbreiterung der Straße geben.

Eine Folge dieses einfachen Ausbaus wird laut Kühlborn sein, dass es auf dem Weg demnächst vermutlich Einschränkungen für den Verkehr geben wird, also zum Beispiel Tempolimits eingeführt werden.

Die Pläne werden nun dem Kreisausschuss und den Kreisgremien vorgelegt. „Wenn der Kreisausschuss die Pläne gut heißt, kann es losgehen“, sagt Kühlborn. Spätestens 2019 soll die Straße dann endlich fertig sein. Lange wurde in der Kreisverwaltung und gemeinsam mit der Gemeinde über Alternativen nachgedacht. Zum Beispiel war auch im Gespräch, eine Brücke über den Bahnübergang zu bauen, der die Kreisstraße kreuzt. „Aber dann wären wir bei Kosten gewesen, die in keinem Verhältnis zum Nutzen gestanden hätten“, sagt Kühlborn.

Auch eine komplette Schließung der Straße sei nicht infrage gekommen. Zwar habe die Kreisstraße zwischen Hohenkirchen und der Bundesstraße 83 keine riesige Verkehrsbedeutung, wie der Kreissprecher erklärt, aber „es ist seit der Sperrung deutlich spürbar, dass man in Mönchehof ein höheres Verkehrsaufkommen hat. Und da wir die Straße nicht schließen können, sanieren wir jetzt.“

„Was lange währt, währt endlich gut“, sagt Espenaus Bürgermeister Carsten Strzoda. Die jetzige Lösung sei ein guter Kompromiss für Kreis und Gemeinde. „Am Ende sind alle glücklich.“ Vor allem sei er froh, dass damit auch die lang ersehnte Entlastung der Bürger in greifbare Nähe rücke.

Was die Sanierung den Kreis am Ende kosten wird, kann Kreissprecher Harald Kühlborn noch nicht sagen. Zuerst müsse der Beschluss gefasst werden. Sechsstellig werde der Betrag vermutlich, „aber auf jeden Fall wird es günstiger als gedacht.“ Bei früheren Schätzungen war von Sanierungskosten zwischen 500 000 bis 800 000 Euro die Rede. 

An diesen Straßen baut der Landkreis Kassel in diesem Jahr

Über 27 Millionen Euro nimmt der Landkreis Kassel in diesem Jahr in die Hand, um seine Straßen zu sanieren. Wir geben einen Überblick zu den einzelnen Baumaßnahmen: 

• An unterschiedlichen Straßen werden Winterschäden behoben. Kosten: 150 000 Euro. 

• Die Kreisstraße 8, Ortsdurchfahrt Lohfelden-Vollmarshausen. Hier wird in Kooperation mit der Gemeinde (Kanal) die Ortsdurchfahrt ausgebaut und die Brücke saniert. Der Kreisanteil beträgt 2,3 Mio. Euro (läuft bereits/mehrjährig). 

• Kreisstraße 16: Zwischen Fuldabrück-Denn-/Dittershausen und Dörnhagen wird der Radweg entlang der Kreisstraße saniert. Kosten: 150 000 Euro. 

• Kreisstraße 25 bei Schauenburg. Sanierung von zwei Ölabscheidern für 90 000 Euro. 

• Kreisstraße 29. Am Ortsausgang von Ahnatal-Weimar wird die Amphibienschutzanlage entfernt und die Asphaltdecke erneuert. Die Sanierung läuft bereits und kostet 81 000 Euro. 

• Kreisstraße 30 in Ahnatal-Weimar. Hier wird die Brücke in der Wilhelmsthaler Straße für 150 000 saniert. 

• Kreisstraße 37, Ortsdurchfahrt Fuldatal-Simmershausen. Hier wird die Ortsdurchfahrt in Kooperation mit Kanalarbeiten der Gemeinde ausgebaut. Der Kreisanteil der Arbeiten beträgt 1,5 Mio. Euro. 

• Kreisstraße 47. Die Anbindung an die neue Ortsumgehung Calden ist eines der Großprojekte 2018. Für den Neubau der Straße von Burghasungen sind 10,7 Mio. Euro veranschlagt (läuft bereits/mehrjährig). 

• Kreisstraße 60, Ortsdurchfahrt Breuna-Niederlistingen. Hier wird die Ortsdurchfahrt in Kooperation mit der Gemeinde ausgebaut. Der Kreisanteil beläuft sich auf 400 000 Euro. 

• Kreisstraße 64: Die Ortsdurchfahrt Liebenau wird in Kooperation mit der Stadt für 500 000 Euro ausgebaut (läuft bereits). 

• Kreisstraße 68: Zwischen Trendelburg-Sielen und der Landesstraße 3210 investiert der Kreis 550 000 Euro in die Deckenerneuerung. • Kreisstraße 70, Ortslage Hofgeismar-Hümme: Sanierung von Pflasterflächen. Kosten: 40 000 Euro. 

• Kreisstraße 77, Bad Karlshafen. Der Neubau der Weserbrücke ist mit veranschlagten 10,5 Mio. Euro ein weiteres Großprojekt bei den Sanierungsmaßnahmen des Kreises in diesem Jahr (läuft bereits/mehrjährig).

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