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Streik: Einige Kitas bleiben dicht, in anderen Notdienste

Nur Notbetrieb: Wegen des Streiks der Erzieherinnen bleiben ab Freitag viele Kindergärten und Kitas geschlossen. Unser Foto zeigt die beiden Kinder Maxim (links) und Van Nhi in der Kita „Future Kids“ in Schwerin. Archivfoto: dpa/Montage: HNA

Baunatal/Schauenburg. Eine komplette Gemeinde ohne Kindergartenbetreuung. Das droht den Schauenburger Eltern.

Zumindest, wenn sich die Gewerkschaft Verdi für einen unbefristeten Streik der Erzieherinnen entscheiden würde. Ab Montag und Dienstag wären die Türen sämtlicher Kita-Gruppen in den vier Ortsteilen mit Kindergärten dicht.

„Wir können keinen Notdienst einrichten“, sagt Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU). Bisher sei die Gemeinde während der Tarifverhandlungen von den Streiks verschont geblieben. Diesmal wollten wohl aber ausnahmslos alle Erzieherinnen streiken, berichtet die Bürgermeisterin. Deshalb bliebe niemand für einen Notdienst übrig.

„Es müssen die Menschen ausbaden, die am wenigsten dafür können“, sagt Gimmler weiter. „Für die Eltern ist es schlecht.“ Insgesamt sind in Schauenburg 350 Jungen und Mädchen in Kitas untergebracht. In Elgershausen gibt es zwei Einrichtungen sowie in Hoof, Breitenbach und Martinhagen jeweils eine. Der kleinste Ortsteil Elmshagen hat keinen eigenen Kindergarten.

In der Nachbarstadt Baunatal soll ein Notdienst während des Streiks angeboten werden. Nach Angaben von Fachbereichsleiterin Rachel Krause öffne die Kindertagesstätte in Rengershausen täglich von 8 bis 14 Uhr - allerdings ohne Mittagsverpflegung. „In fünf Gruppen können wir dort maximal 125 Kinder aufnehmen“, sagt Krause. Die Eltern, die Bedarf haben, müssten sich am Donnerstag in die Listen in ihrer Einrichtung eintragen. „In allen Kindergärten gibt es Aushänge.“

Nicht organisiert 

Die Stadt Baunatal will ihren Notdienst in Rengershausen mit den Erzieherinnen bestücken, die nicht in der Gewerkschaft organisiert sind.

Ansprechpartner stehen laut Krause im Baunataler Rathaus und in den Einrichtungen selbst zur Verfügung.

Rathaus Schauenburg in Hoof, Korbacher Straße 300, 05601/93250. Rathaus Baunatal, Marktplatz 14, 0561/49920.

Helsa

Am unkritischsten ist die Situation in Helsa. Dort hat die Gemeinde schon vor Jahren die Awo mit der Kinderbetreuung beauftragt. Deren Mitarbeiter sind nicht vom Streikaufruf betroffen. „In Helsa wird nicht gestreikt, alle drei Kitas sind normal geöffnet“, sagte Hauptamtsleiter Jens Schmidt der HNA. Lohfelden In Lohfelden wird es laut Bürgermeister Michael Reuter (SPD) in allen Kitas eine Notbetreuung geben. „Ich bin sicher, dass wir alle Kinder versorgen werden, bei denen die Eltern nicht selbst eine Alternative organisieren können.“ Eine Grundbetreuung werde sichergestellt, auch die Betreuungszeiten sollen nicht eingeschränkt sein. Normalerweise werden in Lohfelden 384 Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren von 70 Erzieherinnen betreut.

Söhrewald

„Wir bemühen uns, wo Not ist, den Eltern entgegenzukommen“, sagt Söhrewalds Bürgermeister Michael Steisel (SPD). Aber es werde eng. Normalerweise werden in den drei Kitas in Wellerode und Wattenbach 140 Kinder betreut. Während des Streiks stünden aber nur drei Mitarbeiterinnen zur Verfügung, zur Notversorgung könne man daher nur eine Gruppe mit 25 Plätzen anbieten. „Wir appellieren an die Eltern, sich anderweitig zu organisieren“, sagt Steisel. Bei größerem Bedarf biete er dem Elternbeirat an, ausnahmsweise Kita-Räume zu nutzen, damit Eltern dort gemeinschaftlich ihre Kinder betreuen können.

Kaufungen In Kaufungen wird es als einziger der sieben östlichen Gemeinden im Altkreis Kassel während der Streiktage keine Kinderbetreuung durch die Gemeinde geben. „Mangels Fachkräften kann kein zuverlässiger Notdienst organisiert werden, somit kein Notdienst“, heißt die lapidare Antwort aus dem Rathaus auf die Anfrage der HNA-Redaktion. Betroffen sind 439 Kinder, die normalerweise in den Kaufunger Kitas betreut werden, hinzu kommen 110 Kinder in der Schulbetreuung.

Niestetal

„Wir werden eine Notbetreuung anbieten, aber das wird nicht für alle Eltern funktionieren“, sagt Heike Pflüger von der Gemeindeverwaltung in Niestetal. 450 Kinder zwischen einem und sechs Jahren sind in den örtlichen Kitas angemeldet, man versuche, eine Betreuung für 180 bis 200 Kinder anbieten zu können. Nieste Aufgrund der Erfahrungen früherer Jahre geht Bürgermeister Edgar Paul (SPD) davon aus, dass der einzige Kindergarten in der kleinen Gemeinde (85 Kinder werden hier betreut) nicht bestreikt wird. „Sonst stellen wir einen Notdienst auf die Beine für alle, die ihn brauchen“, sagt der Verwaltungschef.

Fuldabrück

Wir bereiten einen Notdienst vor, sagte Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD). Er hoffe, dass es gelinge, statt der regulären 325 Betreuungsplätze wenigstens in einem Ortsteil zwei Gruppen (eine halbtags, eine ganztags) mit zusammen 50 Plätzen anbieten zu können. Die Situation könne sich aber verschärfen, „denn der Organisationsgrad steigt“, sagte Lengemann.

Ahnatal

„Die Gemeindekindergärten in Ahnatal werden bestreikt, weil ein Großteil des Personals gewerkschaftlich organisiert ist“, sagt Fachbereichsleiter Dieter Semdner auf Anfrage. Deshalb habe man sich darauf geeinigt, jeden Tag in einer der drei Einrichtungen eine Notdienstgruppe anzubieten. „Wir haben die Eltern angeschrieben und darum gebeten, Absprachen bezüglich der Notbetreuung direkt mit den Einrichtungen zu treffen. Alle Infos zum Streik werden außerdem auf der Internetseite der Gemeinde veröffentlicht. In Ahnatal werden derzeit 222 Kinder in den drei kommunalen Kindergärten betreut. Weitere Informationen gibt es hier.

Espenau 

In Espenau wird laut Bürgermeister Carsten Strzoda (parteilos) nur in der Kita Sonnenhang gestreikt. Die Kita Ahne-Aue bleibt offen. Für die Kita Sonnenhang werde eine Notbetreuung angeboten. „Die Kita-Leitung hat bereits einen Elternbrief mit allen wichtigen Infos versendet“, sagte Strzoda. Eine Notfallbetreuung für 25 Kinder werde sichergestellt, auch die Betreuungszeiten sollen nicht eingeschränkt sein. Allerdings müssen die Eltern ihre Kinder anmelden. Die beiden Kitas in Espenau können bis zu 170 Kinder betreuen. Aktuell sind es 164 Kinder.

Fuldatal 

In Fuldatal werden die Kita Tanzplatz in Ihringshausen, sowie die Kitas in Rothwesten und Wilhelmshausen bis einschließlich Dienstag bestreikt“, sagt Fachbereichsleiter Michael Thöne. In den Kitas Weddel (Ihringshausen) und Simmershausen werden fünf Notgruppen eingerichtet, die jeweils bis zu 25 Kinder, je nach Anzahl der U3-Kinder, betreuen können. „Wir können leider nicht den gesamten Bedarf abdecken“, sagt Thöne. Beschäftigte würden aber bevorzugt. Alle Infos zum Streik werden auch im Internet veröffentlicht. Weitere Informationen gibt es hier.

Vellmar

„In Vellmar werden nur am Dienstag, 12. Mai, alle städtischen Tageseinrichtungen für Kinder während der kompletten Öffnungszeit bestreikt“, sagt Hauptamtsleiter Stephan George. Bei den Einrichtungen handelt es sich um die fünf Kindertagesstätten (inkl. der Kinderkrippe), den Kinderhort Vellmar-West sowie die erweiterte Schulbetreuung in der Grundschule Frommershausen (hier: Modul 2 und 3, Betreuung durch die Stadt Vellmar). Das Modul 1 (Betreuung durch die Grundschule Frommershausen) wird angeboten. „Mangels Fachkräften können an diesem Tag in allen Einrichtungen keine Notdienste angeboten werden“, sagt George. In den Einrichtungen werden Elternbriefe verteilt und Aushänge gemacht. Die Anzahl der betreuten Kinder beträgt insgesamt 570. Weitere Infos zum Streik gibt es hier.

Lesen Sie dazu auch:

- Streik in der Kita: Was Eltern jetzt wissen müssen

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