Tennet stellt Korridor vor

Stromtrasse Suedlink: Erdkabel soll nicht mehr durch Kreis Kassel führen

Kreis Kassel. Aufatmen bei vielen Menschen im Raum Kassel: Die geplante Stromtrasse Suedlink wird wohl ein gutes Stück östlich an Stadt und Landkreis Kassel vorbei führen.

Der Vorhabenträger Tennet stellte am Dienstag die Erdkabelkorridore für eine Stromleitung zwischen Wilster (Schleswig-Holstein) und Bergrheinfeld (Bayern) vor. Betroffen sind demnach unter anderem die Städte Northeim, Göttingen und ein östlicher Teil des Werra-Meißner-Kreises. Große Abschnitte verlaufen wohl durch Thüringen.

Zahlreiche Menschen in der Region hatten gegen die ersten Pläne für eine Suedlink-Freilandleitung protestiert.

Durch den Altkreis Kassel

Die Gleichstromverbindung sollte durch das Wolfhager Land in den Altkreis Kassel eindringen. Die Leitungen hätten vermutlich unterhalb des Langenbergs die Kommunen Schauenburg und Baunatal durchschnitten. Von dort hätte die Stromleitung weiter durch den Schwalm-Eder-Kreis und den Kreis Hersfeld-Rotenburg in Richtung Süden geführt. Letzterer bleibt allerdings auch von der Erdkabelplanung betroffen. Die neuen Vorschläge basierten auf den Kriterien für erdverlegte Leitungen, erläuterte Tennet am Dienstag in einer Pressemitteilung. Diese Pläne unterschieden sich grundlegend von denen für die Planung von Freileitungen.

Untergrund nicht geeignet

Dieser Artikel wurde aktualisiert um 16.25 Uhr

Dass die Tasse nun ein gutes Stück östlich an Kassel vorbei laufen soll, hat unter anderem mit der Bodenbeschaffenheit in der Region zu tun. Der Untergrund ist für den Erdkabelbau wohl zu felsig. Das bestätigte Thomas Wagner, Referent für Bürgerbeteiligung bei Tennet, auf Anfrage. „Die Bodenbeschaffenheit spielt eine Rolle“, sagte er. Es sei ein Grund dafür, dass man bei der Planung nun zu einem anderen Ergebnis gekommen sei. Die ersten Reaktionen aus der Politik fielen durchweg positiv aus. SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrike Gottschalck (Niestetal) sagte: „Für uns im Landkeis Kassel und für den Schwalm-Eder-Kreis ist das ziemlich gut“, sagte sie. „Gut, dass wir grundsätzlich für das Erdkabel geworben haben.“

Auch Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) zeigte sich sichtlich zufrieden. „Wir haben von Beginn an gesagt, dass sich unsere dicht besiedelte Gegend nicht für so eine Trasse eignet.“ Über die neuen Pläne sei man in Baunatal richtig froh. Der Vorhabenträger Tennet kündigt nun über 30 Infoforen zu der überarbeiteten Suedlink-Planung an. Diese sollen von Mitte Oktober bis Mitte November über die Bühne gehen.

Hier geht's zu einer Karte der Suedlink-Planung.

Lesen Sie auch:

- Suedlink: Landkreis Waldeck-Frankenberg bleibt von Erdkabel unberührt

- Suedlink: Erdkabel-Stromtrasse soll durch Kreis Göttingen führen

- Suedlink-Erdkabel soll den Landkreis Northeim durchschneiden

- Suedlink: Korridor durch den Werra-Meißner-Kreis?

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.