Protest

Stromtrasse Suedlink: Kreis Kassel will Erdkabel

Stromleitung im Aufbau: Dieses Archivfoto von Arbeitern auf einem Strommast entstand bei Altenfeld in Thüringen. Die Suedlink-Leitung soll bis 2022 fertig sein. Archivfoto: dpa

Kreis Kassel. Der Kreis Kassel will mit Protest gegen die Stromtrasse Suedlink vorgehen. Für den 24. Februar initiiert Landrat Uwe Schmidt eine Konferenz im Kreishaus.

„Wir werden die Stromtrasse nicht verhindern“, sagt Kreissprecherin Ute Jäger. „Wir wollen aber, dass zumindest eine Erdverkabelung erreicht wird.“

Als Grundlage für die Veranstaltung dient Schmidt die sogenannte Hamelner Erklärung, die er selbst im Dezember unterzeichnet hat. 17 Landkreise aus mehreren Bundesländern richten sich damit gegen die bisherige Planung der Suedlink-Trasse. Wer genau zu der Konferenz in Kassel eingeladen wird, steht laut Jäger noch nicht fest. Unter anderem seien Firmen angeschrieben worden, die sich mit Verkabelung auskennen.

Die Unterzeichner der Hamelner Erklärung sind nicht grundsätzlich gegen den Bau einer Nord-Süd-Leitung. Sie werben für mehr Transparenz und eine bessere Bürgerbeteiligung in dem Verfahren. Schmidt hebt dabei den Aspekt einer möglichen Erdverkabelung hervor. „Mich freut besonders, dass die von uns seit Längerem favorisierte Erdverkabelung aus Gründen des Naturschutzes und zum Schutz des Landschaftsbildes von allen Unterzeichnern begrüßt wird“, sagt er.

Die Stromtrasse Suedlink soll bis zum Jahr 2022 realisiert sein. Netzbetreiber ist das Unternehmen Tennet. Festgelegt wird der Korridor für die Stromleitung von der Bundesnetzagentur voraussichtlich in den Jahren 2016/2017. Mit der Stromleitung sollen große Mengen von Windstrom vom Norden Deutschlands nach Süden geleitet werden.

99 Varianten für einen möglichen Trassenverlauf sind kürzlich vom Betreiber Tennet und von Bürgern und Gemeinden bei der Bundesnetzagentur zur Prüfung eingereicht worden. Darunter war auch eine Planungsvariante, deren Verlauf die Gemeinde Schauenburg und die Stadt Baunatal durchschneidet. In beiden Kommunen hatte es heftige Proteste gegen diese mögliche Trasse gegeben. „Wir sind da mit der Bürgerinitiative in einem Boot“, sagt Schauenburgs Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU). Neben der Initiative des Landkreises setze sie auf einen gemeinsamen Vorstoß des Städte- und Gemeindebundes, so Gimmler. „Es macht wenig Sinn, dass jeder einzelne Bürgermeister da aktiv wird.“

Auch Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) hofft auf Bündelung. Die VW-Stadt ziehe da mit den Kommunen aus der Region an einem Strang, sagt er. Die Variante durch das Bauna-Tal stimme mit den geltenden Abstandsregelungen für Stromtrassen nicht überein.

Von Sven Kühling

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