Drei Routen vom Landkreis in die Stadt Kassel geplant

Studie zu Radautobahnen bald fertig

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In Göttingen schon Realität: Bereits seit einigen Jahren verbindet in der niedersächsischen Stadt ein Radschnellweg den Hauptbahnhof mit dem Nordcampus der Universität.

Kreis Kassel. Große Fortschritte macht die Machbarkeitsstudie für den Bau von Radschnellwegen von Kassel nach Vellmar, Baunatal und über Kaufungen bis nach Helsa.

Laut Zweckverband Raum Kassel (ZRK) sei schon bald mit spruchreifen Ergebnissen hinsichtlich der Linienführung der Radschnellwege (im Amtsdeutsch korrekt Raddirektverbindungen) zu rechnen. Die Studie soll in Gänze im dritten Quartal abgeschlossen sein.

„Tatsächlich liegen für Radschnellwege von Kassel nach Baunatal, Vellmar und Kaufungen/Helsa schon Teilergebnisse vor“, sagt ZRK-Planer Micheal Heß. Der ZRK hatte das Kasseler Büro LK Argus mit den Planungen beauftragt.

Bald erste Teilergebnisse

Teile der Routenführungen seien bereits mit den Fachbehörden und den Kommunen abgestimmt. „Aktuell sind den Kommunen konkrete Umsetzungsvorschläge auf den abgestimmten Routen vorgestellt worden“, sagt Heß. Dazu seien allerdings noch die Rückmeldungen abzuwarten.

Ursprünglich sollte die Studie bereits Ende 2017 abgeschlossen sein. Grund für die Verzögerungen ist der große Planungsaufwand, den die Stadt Kassel zu stemmen hat. Heß: „Kassel muss nicht – wie Baunatal, Vellmar und Kaufungen – nur eine, sondern gleich drei Routen bei den Planungen berücksichtigen“. Tatsächlich sollen später die drei Routen im Kasseler Stadtgebiet im Bereich des Innenstadtrings enden und sich von dort aus über das städtische Routennetz verzweigen.

Hoher Stellenwert

Mutmaßungen, die Stadt Kassel würde das Thema Radschnellwege womöglich absichtlich stiefmütterlich behandeln, um anfallende hohe Investitionen in die Radinfrastruktur zu vermeiden oder hinauszuzögern, werden indessen von der Stadt Kassel klar abgestritten.

„Das beauftragte Planungsbüro ist innerhalb der vereinbarten Zeit mit den erbetenen Daten versorgt worden“, sagt Stadt-Sprecher Claas Michaelis. Grundsätzlich habe die Förderung des Radverkehrs in der Stadt Kassel einen hohen Stellenwert. So sei die Erstellung einer Machbarkeitsstudie zum Thema Radschnellwege schon als Maßnahme im Verkehrsentwicklungsplan 2030 der Stadt Kassel festgelegt. „Die Stadt stellt die notwendigen personellen Ressourcen bereit, um das Projekt zu einem guten Abschluss zu bringen“, sagt Michaelis.

Fakt ist aber: Radschnellwege werden tatsächlich nicht für wenig Geld zu haben sein. Schon im Juli 2017 hatte Michael Volpert, zuständiger Planer beim Büro LK Argus, gegenüber der HNA bemerkt, dass sich die Suche nach geeigneten Korridoren als „schwierig“ erweise.

Um Radschnellwege als Direktverbindungen zu schaffen, müsse man viel bauen – das koste natürlich Geld. Allein Routen entlang des bestehenden Straßennetzes könnten erforderliche Investitionen mindern.

Doch werden die Kommunen die Baukosten für die geplanten Radschnellwege voraussichtlich nicht alleine tragen müssen. Längst hat das Land Förderbereitsschaft signalisiert. Zum einen wird schon jetzt die Machbarkeitsstudie des ZRK vom Land zu 50 Prozent bezuschusst, zum anderen stößt das Land derzeit selbst eine landesweite Korridorstudie an. Davon profitiert auch der Raum Kassel mit seinen geplanten Routen von Kassel nach Baunatal, Vellmar und über Kaufungen bis nach Helsa. Ziel ist unter anderem die Bereitstellung von Fördergeldern für den Ausbau der Radinfrastruktur. 

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