Rund 8000 Hektar im Kreis

Sturmflächen werden genutzt: Neue Bepflanzung oder Windkraftanlagen

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Windwurfbereiche werden genutzt: Die Windkrafträder des Windparks Kreuzstein, die derzeit im Kaufunger Wald entstehen, stehen auch auf den Flächen, wo der Sturm Kyrill bereits einige Bäume umgefegt hat.

Kreis Kassel. Stürme richten in den Wäldern im Landkreis Kassel immer wieder große Schäden an. Seit dem Sturm „Kyrill“ im Jahr 2007 bis zum Sturm „Niklas“ im vergangenen Jahr sind im Landkreis rund 800 Hektar sogenannter Windwurfflächen entstanden. Laut Hessenforst machen diese Windwurfschäden etwa 1,4 Prozent der Waldfläche aus.

Was passiert mit diesen Flächen? „Etwa 35 Prozent der Windwurfflächen haben sich auf natürlichen Weg verjüngt“, sagt Petra Westphal, Sprecherin von Hessenforst. Die übrigen Flächen seien mit standortgerechten Baumarten wieder aufgeforstet worden. Dabei sei mit Blick auf die Holzversorgung zukünftiger Generationen auch die Douglasie beteiligt.

Liegen durch Sturm geschädigte Flächen in einer für Windenergie ausgewiesenen Vorrangfläche, so werden diese Flächen bevorzugt als Standorte für Windkraftanlagen verwendet, sofern für den genauen Standort der Windräder noch keine Genehmigung vorliegt. Das sagt Franziska Richter vom hessischen Umweltministerium. Dadurch sollen Eingriffe durch Windenergieanlagen in den Wald verringert werden.

Hessenforst orientiere sich bei der Bereitstellung von Waldflächen für die Windenergie an den Ergebnissen der Regionalplanung, die Vorranggebiete für Windenergieanlagen unter Berücksichtigung beispielsweise von Belangen des Naturschutzes, dem Siedlungsbestand und der Windhöffigkeit ausweist.

Durch Sturm „freigeräumte“ Waldflächen sind aus forstlicher Sicht grundsätzlich besonders gut als Standort für Windenergieanlagen geeignet. „Wird dort eine Windenergieanlage errichtet, kann der angrenzende, noch vorhandene Waldbestand geschont werden“, sagt Westphal.

Auch ökologischer Wert

Der Bau von Windenergieanlagen unterliege allerdings strengen Regeln und auch Windwurfflächen könnten einen besonders hohen ökologischen Wert haben, den es zu erhalten gelte. Dieser Wert kann beispielsweise darin liegen, dass Vögel das übereinanderliegende Totholz als Brutstätte nutzen – so passiert bei Windwurfflächen im Kellerwald. „Über die fachrechtliche Zulassung jedes einzelnen Windenergieanlagen-Standorts wird im Rahmen des Bundesimmissionsschutz-Verfahrens beim Regierungspräsidium entschieden“, sagt sie.

Auch die Städtischen Werke Kassel favorisieren Sprecher Ingo Pijanka zufolge Windwurfflächen als Standort für Windräder, sofern die Windverhältnisse dort das Betreiben von Windrädern zulassen. So stehen beispielsweise alle fünf Windräder im Söhrewald auf Flächen, die durch „Kyrill“ geschädigt sind. Das treffe auch auf einzelne Standorte im Stiftswald bei Kaufungen zu, wo insgesamt neun Anlagen stehen, auf den Rohrberg bei Helsa, wo insgesamt fünf Anlagen in Betrieb sind, sowie den Kreuzstein bei Nieste, wo sich derzeit acht Anlagen im Bau befinden.

Pijanka merkt an: „Selbst eine komplett von Stürmen geschädigte Waldfläche wird von uns, wenn wir darauf Windkraftanlagen bauen, an anderer Stelle in Gänze ersetzt. Zum Beispiel, indem Bäume gepflanzt werden."

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