Erster Spatenstich in Niedersachsen

Baustart für Hochspannungstrasse Wahle-Mecklar - hessischer Abschnitt folgt im Mai

Kreis Kassel. Der Energieversorger Tennet hat mit dem Bau der 230 Kilometer langen Nord-Süd-Hochspannungstrasse Wahle-Mecklar begonnen.

Der erste Spatenstich erfolgte bei Einbeck im niedersächsischen Bauabschnitt B zwischen den Umspannwerken Lamspringe (Kreis Hildesheim) und Hardegsen (Kreis Northeim). „Voraussichtlich im Mai wird der erste Mast fertig sein“, sagt Tennet-Sprecher Markus Lieberknecht.

Den Planfeststellungsbeschluss zu diesem Bauabschnitt B hatte Tennet bereits im Dezember erhalten. Im Anschluss daran waren noch vier Klagen bei der zuständigen Genehmigungsbehörde eingegangen. „Es klagen die Stadt Einbeck, die Statkraft als Betreiber des Pumpspeicherkraftwerks Erzhausen sowie zwei Privatpersonen“, sagt Lieberknecht. Zwar habe das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig noch nicht entschieden, doch hätten die Klagen keine aufschiebende Wirkung. Lieberknecht: „Der Planfeststellungsbeschluss in Abschnitt B war mit sofortigem Vollzug erteilt worden“.

Rückbau alter Leitungen

Auch im hessischen Bauabschnitt D könnte der Baustart schon bald folgen. Die Trasse führt von der hessisch/niedersächsischen Grenze bis nach Mecklar (Großgemeinde Ludwigsau im Landkreis Hersfeld-Rotenburg). Im Landkreis Kassel tangiert die Leitung die Gemeinden Niestetal, Kaufungen, Lohfelden und Söhrewald. Der Planfeststellungsbeschuss hierfür liegt Tennet seit Anfang Februar vor, jedoch ist die Klagefrist noch nicht abgelaufen. „Inwieweit für dieses Teilstück bereits Klagen eingereicht wurden, ist uns nicht bekannt. Wir haben noch keine Rückmeldung von der Genehmigungsbehörde erhalten“, sagt Lieberknecht.

So wurden im hessischen Abschnitt schon Mitte Februar in einigen Bereichen der Großgemeinde Ludwigsau im Landkreis Hersfeld-Rotenburg Fällarbeiten vorgenommen, um Baufelder freizumachen. „Der eigentliche Bau der ersten Masten in Hessen wird voraussichtlich im Mai beginnen“, sagt Lieberknecht.

Der Neubau der Stromtrasse hat auch den Rückbau beziehungsweise die „Mitnahme“ von zwei alten Überlandleitungen zur Folge. So wird im Altkreis Kassel bei Niestetal nach Inbetriebnahme von Wahle-Mecklar im Jahr 2021 die alte 220 Kilovolt-Leitung von Lehrte bei Hannover nach Niestetal-Sandershausen auf eine Länge von 140 Kilometern zurückgebaut. Darüber hinaus wird Tennet die alte 110 Kilovolt-Überlandleitung, die aktuell noch vom Sandershäuser Berg kommend an Kaufungen und Lohfelden vorbei hinauf in die Söhre führt, mit in die neue Nord-Südverbindung integriert, sodass auch hier die alten 110-Kilovoltstrommasten abgebaut werden können.

So geht es mit Wahle-Mecklar weiter

Mit einer Spannung von 380 Kilovolt wird die Hochspannungsleitung die Umspannwerke Wahle in Niedersachsen mit Mecklar (Ludwigsau, Kreis Hersfeld-Rotenburg) verbinden. Energieknotenpunkte sind die Umspannwerke an den Endpunkten sowie in Lamspringe und Hardegsen. Dort wird die Energie in die Regionen verteilt oder bei Bedarf abtransportiert. Die Leitung erhöht die Übertragungskapazität für Windenergie in der Nord-Süd-Achse und gewährleistet die Versorgungssicherheit und Netzstabilität in Südniedersachsen und Nordhessen. Der vordringliche Bedarf wurde 2009 im Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) festgestellt. Das Gesamtprojekt wurde in vier Einzelverfahren beantragt. Aktuell befinden sich noch die Abschnitte A (Wahle bis Lamspringe) und C (Hardegsen bis niedersächsisch-hessische Grenze) im Planfeststellungsverfahren. Die Inbetriebnahme strebt Tennet für 2021 an.

Rubriklistenbild: © Foto: Stratenschulte/dpa

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