Emotionale Debatte

Tierschützer empört: Landkreis Kassel will beschlagnahmte Hunde versteigern

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Suchen ein neues Zuhause: Ein Deutsch-Drahthaar-Rüde (links) und eine Deutsch-Drahthaar-Hündin wurden von der Polizei Hofgeismar aus schlechter Haltung gerettet.

Kreis Kassel. Die Emotionen kochen hoch in den sozialen Netzwerken. Zwei beschlagnahmte Jagdhunde sollen anonym versteigert werden. Das sorgt für viele Diskussionen.

Ist eine Versteigerung unter tierschutzrechtlichen Aspekten sinnvoll? Die Tierschutzorganisation Krambambulli sagt Nein. „Ein Höchstgebot darf nicht darüber entscheiden, wo die Hunde künftig leben“, sagt die Vorsitzende Gabriele Winter.

Das Veterinäramt des Landkreises Kassel hatte die beiden Deutsch-Drahthaar-Hunde in Obhut genommen. „In der bisherigen Haltung, die bei uns leider bereits seit Längerem bekannt ist, gab es immer wieder tierschutzrechtliche Verstöße“, erklärt Kreissprecher Harald Kühlborn. Ohne berechtigten Grund dürften und könnten Tiere einem Halter nicht entzogen werden.

Zu den Vorwürfen, die Behörde wolle sich durch die Versteigerung der Hunde bereichern, sagt Kühlborn: „Der Landkreis will keinen Gewinn machen.“ Die Kosten für die monatelange Unterbringung der beschlagnahmten Tiere müsse der ehemalige Tierhalter übernehmen und der Erlös aus der Versteigerung an den ehemaligen Halter herausgegeben werden. „Ein Verrechnen der Beträge lässt auch bei hohen Geboten keinen Gewinn erwarten“, sagt der Kreissprecher. Außerdem beabsichtige die Behörde keinesfalls, die beiden Hunde an den Höchstbietenden zu verkaufen: „Die Abgabe der Tiere steht unter dem Vorbehalt einer vorherigen tierschutzrechtlichen Überprüfung der Interessenten und der Haltungsbedingungen durch das Veterinäramt“, sagt Kühlborn.

Das Verfahren der stillen Versteigerung sei mit Bedacht gewählt. Weil Bieter und Gebote nicht öffentlich sind, könne ein "Preishochtreiben" durch gegenseitiges Überbieten ausgeschlossen werden. Die Seriosität der Bieter werde noch geprüft, bevor ein Bieter den Zuschlag erhält. „Sollte es Hinweise geben, dass die Haltung nicht artgerecht ist oder der Bieter die Hunde dem früheren Halter zurückgeben könnte, wird der Bieter bei der Vergabe nicht berücksichtigt.“

Eine kostenfreie Abgabe zum Beispiel an Tierschutzorganisationen sei zum jetzigen Zeitpunkt des Verfahrens nicht möglich. Die Versteigerung läuft noch bis 15. Dezember. Infos dazu gibt es auf der Website des Landkreises.

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