Teure Schmierereien am Steig

Vandale ist unterwegs im Naturpark Habichtswald 

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Kaum zu erkennen: Eine Plakette, die die Extratour H2 des Habichtswaldsteigs am Dörnberg ausweist, war komplett besprüht und muss nun gesäubert werden.

Kreis Kassel. Der Habichtswaldsteig gehört nicht nur zu den schönsten Fernwanderwegen der Region, er ist auch ein Aushängeschild für den Tourismus in Nordhessen. Aber seit nun schon fast drei Jahren kämpfen die Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft des Habichtswaldsteigs mit grobem Vandalismus.

Immer wieder werden die Markierungen des Wanderweges – ein weißer Habicht auf purpurnem Grund – ganz gezielt mit brauner Farbe besprüht und so für Wanderer unleserlich gemacht. Besonders betroffen ist die Strecke zwischen Dörnberg und Herkules. Hier sind Wegweiser teilweise komplett übermalt. 

Nicht mehr zu erkennen: Die Wegweiser auf dem Habichtswaldsteig am Dörnberg sind komplett besprüht. Claudia Thöne, Leiterin des Natur-Informationszentrums in Naumburg und Dieter Fischer, ehrenamtlicher Wegepate, begutachten den Schaden.

„Wir gehen davon aus, dass es sich um einen Einzeltäter handelt“, sagt Claudia Thöne, Leiterin des Natur-Informationszentrums in Naumburg und zuständige Mitarbeiterin für den Habichtswaldsteig. Als vor drei Jahren zum ersten Mal Tafeln beschmiert wurden, hatte sie Anzeige bei der Polizeistation in Wolfhagen erstattet, allerdings wurde der Täter bis heute nicht gefasst.

Zwischen dem 13. und 15. November schlug er nun wieder zu. Dieses Mal wurden Plaketten mit dem Habicht-Motiv, Info-Tafeln sowie Wegweiser am Dörnberg beschmiert. Dabei werden von dem Täter immer ganz gezielt die Motive und Informationen des Habichtswaldsteigs besprüht. Andere Informationen bleiben von der braunen Farbe verschont. „Ich empfinde das schon als vorsätzlich“, sagt Claudia Thöne.

Die beschmierten Tafeln und Wegweiser werden nun Stück für Stück von den Mitarbeitern des Betriebshofs des Zweckverbands Naturpark Habichtswald gesäubert. Sie fahren die Strecke regelmäßig ab. Doch die drei Mitarbeiter kümmern sich auf dem Habichtswaldsteig, der mit den Extratouren 185 Kilometer umfasst, um die komplette Infrastruktur. Und die Tafeln zu säubern nimmt viel Zeit in Anspruch. 

„Das ist schon sehr aufwendig“, sagt Bobby Thiel, der seit fünf Jahren Mitarbeiter des Betriebshofs ist. Mit zehn Litern Wasser, einem Schrubber und speziellem Reinigungsmittel versuchen er und seine Kollegen, die Farbe zu entfernen.

Für die Instandsetzung des Wegs hat die Arbeitsgemeinschaft Habichtswaldsteig insgesamt 10 000 Euro im Jahr reserviert. Genau beziffern lässt sich laut Claudia Thöne nicht, was die Reinigung der Schilder kostet. „Pro Durchgang etwa 1000 Euro, aber das ist eine reine Schätzung.“

Viel schwerwiegender aber ist der Imageschaden. „Es macht natürlich keinen guten Eindruck, vor allem auf die Gäste von außerhalb“, sagt Thöne. Der Habichtswaldsteig sei ein Projekt für die ganze Region und auch ein Leuchtturm für die Tourismusentwicklung. Das Ziel ist für Claudia Thöne klar: „Wir wollen einmal Deutschlands schönster Wanderweg werden.“

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