Krankenkasse spricht von "Krisengebiet"

Vorsicht vor dem Hantavirus: Drei Fälle in Stadt und Kreis Kassel 

Kreis Kassel. Eine Veröffentlichung der Krankenkasse Barmer sorgt derzeit für Verunsicherung. Darin heißt es, der Landkreis Kassel sei ein „Risikogebiet“ für Hantavirus-Infektionen.

Fakt ist, dass es in diesem Jahr im Kreis bislang zwei Erkrankungen gab, in der Stadt Kassel eine – verglichen mit früheren Statistiken nichts Außergewöhnliches. Das Gesundheitsamt Region Kassel ruft deshalb zur Besonnenheit auf: „Es gibt keinen Grund zur Panik“, sagt Amtsleiterin Dr. Karin Müller. Auch würde sie nicht von einem „Risikogebiet“ sprechen.

Nach Auskunft des Robert-Koch-Instituts (RKI), das alle meldepflichtige Krankheitsfälle in Deutschland erfasst, hat es in den vergangenen Jahren im Landkreis Kassel nur vereinzelt Hantavirus-Fälle gegeben: 2015 kam es zu einer Erkrankung, 2012 waren es sechs, 2010 zehn. In der Stadt Kassel waren es in den vergangenen zehn Jahren zehn Fälle.

Die Mitteilung, die unter anderem auf der Internetseite der Krankenkasse veröffentlich worden ist, „sollte in der Bevölkerung keine Angst schüren“, beschwichtigt Barmer-Sprecherin Brigitte Schlöter auf HNA-Nachfrage, „sondern lediglich zur erhöhten Vorsicht raten“. Schließlich sei „nicht jede kleine Maus nur niedlich, sondern kann erheblichen Schaden anrichten“.

Das bestätigt auch das Gesundheitsamt. „Wer glaubt, sich infiziert zu haben, sollte unbedingt zum Arzt gehen“, sagt Dr. Karin Müller.

Was ist das Hantavirus?

Hantaviren werden über Nagetiere übertragen. Laut Amtsleiterin Müller gilt in Nordhessen vor allem die Rötelmaus als Hauptüberträger. Die Viren werden über Speichel, Urin und Kot ausgeschieden. Menschen infizieren sich, indem beispielsweise kontaminierter Staub aufgewirbelt und die Erreger eingeatmet werden. Einen Impfstoff gegen das Hantavirus gibt es laut RKI noch nicht.

Welche Symptome gibt es bei einer Infektion mit dem Hantavirus?

Die Erkrankung einer Hantavirus-Infektion verläuft nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) meist zunächst grippeähnlich, mit über drei bis vier Tage anhaltendem hohen Fieber (über 38 Grad) sowie Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen. Im weiteren Verlauf können Blutdruckabfall und schließlich Nierenfunktionsstörungen bis zum akuten Nierenversagen auftreten. Die Krankenkasse Barmer rät, in Kellern, Scheunen und Dachböden keinen Staub aufzuwirbeln, beim Fegen und Aufräumen Atemschutz und Handschuhe zu tragen sowie Lebensmittel so zu lagern, dass keine Nagetiere angelockt werden. 

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