Nach Abgasskandal bei Volkswagen

VW-Werkstätten haben schon bis zu 1000 Autos umgerüstet

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Aufspielen der neuen Software: Marco Hinze (links) und Werkstattleiter Michael Gerlach beim Autohaus Klein in Fuldatal zeigten kürzlich, wie die neue Software bei einem VW Tiguan installiert wird.

Kreis Kassel. Nach dem Abgasskandal bei Volkswagen haben die Werkstätten viel zu tun. Die 2-Liter-Dieselmotoren sind zum Umrüsten freigegeben worden.

„Die Fahrzeuge kommen in gleichmäßigen Wellen zu uns“, sagt Jürgen Klein vom gleichnamigen VW-Autohaus in Fuldatal. Zunächst hatte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) nach dem Abgasskandal bei VW die 2-Liter-Dieselmotoren zum Umrüsten freigegeben. Jetzt sind Golf, Passat und Co. mit 1,6-Liter-Motoren an der Reihe.

In Deutschland sind insgesamt rund 2,5 Millionen Fahrzeuge des VW-Konzerns von den Manipulationen an der Abgassoftware betroffen.

Die Fahrer der Modelle auch von Audi, Seat und Skoda werden von dem Autokonzern schriftlich zum Werkstattbesuch aufgefordert. Erst dann sollen sie einen Termin mit einem Autohaus vereinbaren. Er habe gedacht, dass es wegen der großen Menge von Autos möglicherweise vor Ort zu Problemen kommen könnte, berichtet Jürgen Klein. Das habe sich aber nicht bestätigt. „Es läuft klasse.“

Die Autos mit dem 1,6 Liter-Diesel bekommen nicht nur eine neue Software aufgespielt. Teilweise müsse auch ein so genannter Strömungsgleichrichter, ein kleines Röhrchen mit einem Gitter, eingebaut werden, erläutert Michael Viehmann, Service-Leiter beim Baunataler Autohaus Bindschus. Rund eine Stunde müsse ein Kunde für den Werkstattbesuch einplanen. „Ihm steht aber auch kostenfrei ein Mietwagen zur Verfügung.“

Das Autohaus Klein in Fuldatal hat wegen der Rückrufaktion zwei zusätzliche Mechaniker eingestellt. Weil der Betrieb insgesamt eine Steigerung bei den Aufträgen verzeichne, habe sich dieser Aufwand insgesamt gelohnt, sagt der Firmenchef. „Wir waren froh, dass wir die Mechaniker hatten.“ Rund 1000 Autos habe der Betrieb seit Beginn der Rückrufaktion Anfang 2016 mit neuer Software ausgestattet.

„Wir sind ebenfalls bei knapp unter 1000 Autos“, bestätigt Ingo Flaßpöhler, Serviceleiter der Glinicke-Autohäuser am Königstor in Kassel und in Baunatal. Die Aktion sei gut organisiert, sagt er. Die Auslastung sei nach der Freigabe der 1,6-Liter-Motoren höher. „Es läuft aber alles reibungslos.“

Deutlich weniger Fälle als bei Klein und Glinicke verzeichnet Bindschus in Baunatal. Laut Michael Viehmann kamen bis jetzt erst rund 80 Kunden mit VW-Modellen und 24 mit Fahrzeugen der Marke Seat zum Umrüsten. Die Mechaniker seien dafür extra geschult worden, erläutert Viehmann. Zusätzliches Personal habe man wegen der Umrüstaktion aber nicht beschäftigt.

Da inzwischen nahezu alle Modelle vom KBA für die Aktion freigegeben seien, gehe er davon aus, dass diese bis zum Frühjahr erledigt sein werde, sagt Klein. „Das ist der Endspurt.“ Die Vertreter der Firmen berichten, dass nur wenige Kunden die Umrüstaktion in der Werkstatt mitverfolgen wollen. Michael Viehmann zieht grundsätzlich ein positives Fazit: „Die Kunden sind durchweg alle zufrieden.“

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