Verkehrsminister an der Bergshäuser Brücke 

Was nun, Herr Al-Wazir? Menschen in Fuldabrück warten auf Antworten 

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A 49 wurde ohne Flüsterasphalt ausgestattet: Laut Stadt Baunatal war das aber zugesagt.  

Kreis Kassel. Wann wird der Ersatz für die Bergshäuser Brücke gebaut? Heute kommt Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) nach Fuldabrück, um sich über den Zustand der Brücke zu informieren.

Wann wird die A 44 in Richtung Eisenach an die A 7 bei Kassel angeschlossen? Was tun Bund und Land für den Lärmschutz an der A 49? Das sind nur einige wenige Fragen zu drängenden Verkehrsproblemen, die die Menschen in der Region beschäftigen. Wir listen an dieser Stelle die wichtigsten Verkehrsthemen auf.

Bergshäuser Brücke

Sie ist weit über den Fuldabrücker Ortsteil Bergshausen hinaus ein Begriff: Die Bergshäuser Brücke, die in Höhe von Bergshausen die Autobahn 44 insgesamt 700 Meter über die Fulda führt. Die Auswirkungen des in den 1960er- und 70er-Jahren gebauten und mittlerweile maroden Stahlfachwerks sind aber vor allem direkt darunter zu spüren: In den Gärten der Anwohner landeten immer wieder Metallteile – ein offensichtliches Indiz für den Zustand der Brücke. Fest steht: Sie soll abgerissen und räumlich versetzt neu gebaut werden.

Die bestehende Brücke ist seit Januar bis zu ihrem Abriss nur dreispurig, statt sonst vierspurig, befahrbar. Berechnungen haben ergeben, dass besonders die ältere der beiden Brückenseiten der wachsenden Menge an Verkehr – insbesondere dem Schwerlastverkehr – nicht mehr gewachsen ist.

Wann die Brücke abgerissen wird, ist unklar. Ebenso wie die Frage, wann denn eine neue Fulda-Überführung gebaut wird. Das Ministerium hatte kurzzeitig verlauten lassen, dass ein Nebau frühestens in 15 Jahren realisiert werden könnte. Verkehrsminister Tarek Al-Wazir stellte kürzlich fest, eine neue Brücke falle nicht einfach vom Himmel (HNA berichtete). Hat er konkrete Antworten auf die Frage des Zeitplans?

Anschluss A 44 an A 7

Viele Jahre gab es hitzige Diskussionen zwischen dem Ministerium und den Gegnern der Lossetrasse. Bei seinem Besuch in Kaufungen im November 2016 stellte Al-Wazir aber klar, dass es keine Alternative zur A 44-Planung des Landes für den Abschnitt zwischen Kassel-Ost und Helsa gibt. Die Trasse werde durch das Lossetal geführt. Aber wann wird der Verkehr dort tatsächlich fließen?

Hessen Mobil ist mit der weiterführenden Planung beschäftigt, teilte die Verkehrsbehörde im Februar 2017 mit. Es gebe noch viele Details – auch im Zusammenspiel mit Bund und Land – zu klären“, sagte Hessen Mobil-Planungsdezernent Ralf Struif seinerzeit. Mit dem Planfeststellungsverfahren samt öffentlicher Auslegung und Anhörungsverfahren – könne wohl erst Mitte 2018 begonnen werden. Frühestens ein Jahr später sei dann mit dem Planfeststellungsbeschluss zu rechnen. Doch dieser Zeitplan ist reine Illusion: Juristisch können die Gegner gegen die vom Land favorisierte Linie vorgehen – und zwar dann, wenn die Baugenehmigung vorliegt.

Begonnen werde zunächst mit dem 1400 Meter langen Tunnel Helsa – Bauzeit etwa sechs bis sieben Jahre. In dieser Zeit soll auch mit dem Bau der Brücken begonnen werden. Erst zum Schluss werde die eigentliche Trasse gebaut, obwohl die am schnellsten zu realisieren sei. Da Bauarbeiten niemals reibungslos verlaufen und Hessen Mobil jetzt schon mit Verzögerungen rechnet, könnte es noch bis zum Jahr 2030 dauern, bis die Autobahn für den Verkehr freigegeben wird. Welches Jahr hält der Al-Wazir für realistisch?

Lärmschutz A 49

Im Jahr 2025 rollen nach einer Prognose von 2013 täglich 80 000 Autos zwischen Kassel und Baunatal über A 49. Die ursprünglich von den Behörden angenommene Zahl von 66 000 Autos wurde von Hessen Mobil wegen des stetig steigenden Verkehrs nach oben korrigiert. Sollte – wie geplant – der Anschluss der A 49 an die A 5 bei Gemünden kommen, wird die Belastung auf der Autobahn weiter zunehmen. Der Lückenschluss soll möglicherweise schon im Jahr 2025 kommen.

Damit wird auch der Ruf nach einem sechsstreifigen Ausbau der Autobahn zwischen Kassel-Waldau und Baunatal-Süd immer lauter. Gefordert wird zusätzlicher Lärmschutz.

Eine Variante zur Minderung des Verkehrslärms könnte der Einbau von sogenanntem Flüsterasphalt sein. Darüber gibt es aktuell Unstimmigkeiten zwischen der Stadt Baunatal und dem Land Hessen. Bei der gerade abgeschlossenen Teilsanierung von zwei Brücken der A 49 bei Baunatal-Nord ist nach Auffassung von Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) kein Flüsterasphalt, sondern ein herkömmlicher Straßenbelag eingebaut worden, obwohl dies mit der Behörde Hessen Mobil anders abgesprochen gewesen sei. Schaub verlangt nun Aufklärung.

Hessen Mobil hat sich bislang nicht zu dem möglichen Versäumnis geäußert. Vielleicht tut dies ja heute Minister Al-Wazir bei seinem Besuch in Fuldabrück?

Video: So laut ist es unter der Bergshäuser Brücke:

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