Gefällstrecke vor Kassel-Nord wird bis Juli saniert

Weitere Behinderungen drohen: Noch eine Baustelle auf der A7

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Gefährliche Spurrinnen: Die A7 zwischen dem Parkplatz Herkulesblick und der Anschlussstelle Kassel-Nord ist stark beschädigt.

Niestetal. Die Verkehrssituation auf der ohnehin bereits stark belasteten Autobahn 7 bei Kassel wird sich bald vorübergehend weiter verschärfen - eine weitere Baustelle ist Schuld.

Am Sandershäuser Berg bei Niestetal wird die Autobahn in Fahrtrichtung Süden zwischen dem Parkplatz Herkulesblick und der Anschlussstelle Kassel-Nord von Grund auf saniert.

Die Arbeiten sollen noch im April beginnen, kündigte Chefplaner Reinhold Rehbein von Hessen Mobil bei der Vorstellung des Straßenbauprogramms 2017 für die Region an. Die Erneuerung des rund 1,5 Kilometer langen Abschnitts sei unumgänglich, sagte Rehbein. Er verwies auf die starken Schäden, die insbesondere auf den Lkw-Verkehr zurückgehen. Tatsächlich weist insbesondere die rechte der drei Fahrspuren tiefe Spurrinnen auf. Rund 700.000 Euro investiert Hessen Mobil in die Sanierung der Gefällstrecke, die Arbeiten sollen drei Monate dauern.

Faktische Verlängerung

Erhöhtes Stau-Risiko auf A44 und A7 an Ostern

Mit der zusätzlichen Baustelle verlängert sich faktisch die Dauerbaustelle zwischen der Anschlussstelle Kassel-Ost und dem Dreieck Kassel-Süd. Weil dieser Abschnitt künftig auch als Bindeglied zwischen der bestehenden A 44 und der neuen Trasse durch das Lossetal dienen soll, wird der Lärmschutz auf beiden Seiten der A 7 erweitert. Außerdem wird die Fernstraße auf einer Länge von 6,2 Kilometern von derzeit sechs auf acht Fahrspuren erweitert.

Bis zum Juli müssen sich die Verkehrsteilnehmer also zumindest in Fahrtrichtung Süden auf einer Länge von über zehn Kilometern auf Behinderungen und Staus einrichten.

Der Ausbau von Lärmschutz und Fahrbahn zwischen Kassel-Ost und Kassel-Süd bleibt auch 2017 das größte Straßenbauprojekt im Raum Kassel. Von den dafür insgesamt kalkulierten 91,5 Mio. Euro werden laut Hessen Mobil in diesem Jahr 10,5 Mio. Euro verbaut. Die A 7 wird allerdings nicht verbreitert; vielmehr werden Fahrspuren neu festgelegt und damit schmaler ausfallen.

Reinhold Rehbein

„Bei den Arbeiten liegen wir voll im Zeitplan“, sagte Autobahnplaner Rehbein auf HNA-Nachfrage. Als letzter Abschnitt wird gegenwärtig die bis zu 15 Meter hohe Lärmschutzwand auf der Kasseler Seite der A 7 zwischen der Anschlussstelle Kassel-Ost und der Lindenkopfbrücke verwirklicht. Später wird laut Rehbein der Lärmschutz noch in Richtung Norden bis auf die Brücke über die B 7 und die Straßenbahntrasse verlängert. Dies geschehe aber erst nach dem geplanten Umbau der Anschlussstelle Kassel-Ost zu einem Autobahndreieck, sagte Rehbein.

Er verwies darauf, dass zum Schutz der Anwohner vor dem Autobahnlärm nicht nur Wände errichtet werden, sondern auch ein spezieller, den Lärm reduzierender Asphalt eingebaut wird.

Hintergrund: 

Gut 29 Millionen Euro investiert die Straßenbaubehörde Hessen Mobil 2017 in die Sanierung und den Bau von Straßen im Landkreis Kassel. Das Geld ist für Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen bestimmt. Bei den Autobahnen und Bundesstraßen plant und baut die Landesbehörde Hessen Mobil im Auftrag des Bundes. Das Geld stammt aus dem Etat des Bundesverkehrsministeriums.

  • Autobahnen: Größter Brocken im 2017ner-Etat sind die Autobahnen, für die gut 22 Mio. Euro ausgegeben werden. Teuerstes Projekt ist mit 10,5 Mio. Euro der über mehrere Jahre laufende Ausbau der A 7 zwischen Kassel-Ost und Kassel-Süd samt Lärmschutz. Außerdem auf dem Programm: die Tank- und Rastanlage Kassel (5,9 Mio. Euro) und die Arbeiten an der A 44 zwischen Kassel-West und Kassel-Wilhelmshöhe (drei Mio. Euro).
  • Bundesstraßen: Die Bundesstraßen im Kreis Kassel schlagen 2017 mit knapp 5 Mio. Euro zu Buche. Teuerstes Projekt ist die Erneuerung der B 80 zwischen Oberweser und Reinhardshagen (2,3 Mio. Euro). 1,3 Mio. Euro fließen für die Bahnunterführung der B 7 bei Vellmar, 650.000 Euro für die Ortsumgehung Calden. Für 300.000 Euro wird die B 251 bei Wolfhagen-Ippinghausen erneuert.
  • Landesstraßen: Für seine eigenen Straßen gibt das Land in diesem Jahr rund 2,26 Mio. Euro aus. Für knapp 530 000 Euro wird die Landesstraße zwischen Naumburg und Altenstädt von Grund auf erneuert. Außerdem auf der Liste: der Radweg zwischen Baunatal-Altenbauna und Kassel-Mattenberg für 300 000 Euro und der Umbau der Kreuzung Hamburger Straße/Hans-Römhild-Straße in Vellmar-West zu einem Kreisel (150.000 Euro). 

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