2016 kam es zu über tausend Vorfällen

Wildunfälle: Das sind im Landkreis Kassel die sechs gefährlichsten Straßenabschnitte

Kreis Kassel. Im Jahr 2016 hat es im Landkreis Kassel pro Woche im Schnitt 20 Mal zwischen Autofahrern und Wildtieren gekracht. Die Polizei verrät, wo es besonders häufig zu Wildunfällen kommt.

Laut Matthias Mänz, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen, haben sich insgesamt 1039 Wildunfälle ereignet. Waren es 2014 noch 851, hat sich die Zahl im Jahr darauf auf 1034 Zusammenstöße mit Wildtieren erhöht. Auch in diesem Jahr hat die Polizei bis Ende Juni bereits 546 Fälle verzeichnet.

Insbesondere sechs Straßenabschnitte im Landkreis Kassel haben es laut Mänz in sich. Die meisten Wildunfälle passieren auf der B 83 zwischen der Abfahrt B 7 und der Einmündung nach Espenau. Außerdem komme es auf der Landstraße zwischen Breuna und Oberlistingen sowie auf der Landstraße 3390 an den Zufahrten nach Burghasungen regelmäßig zu Zusammenstößen mit Tieren.

Unfallschwerpunkte für Wildunfälle im Landkreis Kassel (komplette Grafik: bitte oben rechts Bild vergrößern).

„Auch die Landstraße zwischen Niedermeiser und Hofgeismar ist so ein Knotenpunkt“, sagt Mänz. Ein gefährlicher Straßenabschnitt sei zudem die B80 zwischen Gieselwerder und Gewissenruh. Auch auf der B7 im Waldstück zwischen Niederlistingen und Obermeiser komme es häufig zu Wildunfällen.

Mänz betont, dass es verteilt auf nahezu allen Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften zu Wildunfällen gekommen sei: „Die Stellen, an denen es häufiger zu Wildunfällen kommt, variieren von Jahr zu Jahr.“

Insgesamt haben sich im vergangenen Jahr etwa 3700 Verkehrsunfälle im Landkreis Kassel ereignet. „Der Anteil der Wildunfälle liegt also bei etwa 28 Prozent“, erklärt Mänz. Gerade zwischen März und April sowie zwischen September und Dezember sei der Wildwechsel stark. Im Frühjahr haben die Tiere nämlich Nachwuchs, und im Herbst sei die Brunftzeit. „Ansonsten sind die Unfälle mehr oder weniger gleichmäßig über das Jahr verteilt“, sagt Mänz.

Autofahrer sollten ihre Aufmerksamkeit also nicht nur im Frühling und Herbst erhöhen, sondern immer darauf vorbereitet sein, dass Wild über die Fahrbahn laufen kann. Besonders vorsichtig sollten Autofahrer in der Dämmerung sein, sagt Mänz.

Tipps: Bei Widwechsel abblenden und hupen

Wer beim Autofahren im Dunkeln plötzlich zwei leuchtende Augen auf der Straße sieht, sollte genau wissen, was zu tun ist. Die spontane Reaktion vieler Fahrer sieht so aus: Lenkrad herumreißen und ausweichen. Genau das ist aber falsch. Matthias Mänz, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen und Klemens Kahle vom Forstamt Reinhardshagen geben Tipps, wie man sich bei Wildwechseln im Straßenverkehr sinnvoll verhalten sollte.

Was sollten Autofahrer tun, wenn sie ein Wildtier auf der Straße sehen?

„Wer das Tier rechtzeitig erkennt, sollte sofort abblenden und vorsichtig abbremsen“, rät Mänz. Wildtiere neigen dazu, auf der Stelle zu verharren, wenn sie ins Fernlicht des Autos schauen. Daher sei es auch hilfreich, das Tier durch Hupen zu warnen.

Wie sollte man sich verhalten, wenn ein Verkehrsteilnehmer merkt, dass er nicht mehr abbremsen kann? 

Auch wenn ein Aufprall unvermeidbar ist, sollte man eine Vollbremsung machen. „Dabei ist es wichtig, die Fahrspur zu halten und nicht unkontrolliert auszuweichen“, sagt Mänz. Im besten Fall bleibe es bei einem Blechschaden.

Was ist unmittelbar nach einem Wildunfall zu tun? 

Zunächst müsse man das Auto, wenn es noch möglich ist, an den Fahrbahnrand stellen, um andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden. „Dann müssen die Warnblinkanlage eingeschaltet und das Warndreieck aufgestellt werden“, erklärt Mänz.

Wen muss man nach einem Wildunfall zuerst benachrichtigen? 

Wenn die Unfallstelle gesichert ist, gilt es für die Unfallbeteiligten zuerst, unter 110 die Polizei zu informieren. Ist eine Person verletzt worden, müsse selbstverständlich vorher unter der Notrufnummer 112 der Rettungsdienst angerufen werden, sagt Pressesprecher Mänz.

Müssen Autofahrer den jeweiligen Förster des Reviers über den Wildunfall informieren? Oder erledigt das die Polizei?

„Wenn der Wildunfall im Staatswaldbereich passiert ist, informiert die Polizei das zuständige Forstamt“, erklärt Kahle. Gehöre der Straßenabschnitt zu einem Privatwaldstück, werde der jeweilige Jagdpächter in Kenntnis gesetzt. „Auch darum kümmert sich die Polizei.“ Die Entsorgung eines toten Tieres hingegen übernehme der Landkreis Kassel. 

Rubriklistenbild: © dpa

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