Spekulationen um die Zukunft des SPD-Politikers

Will er mal Landrat werden? Gerüchte um Fuldabrücks Bürgermeister Lengemann

Bürgermeister - und später Landrat? Immer wieder fällt der Name Dieter Lengemann, wenn es um die Nachfolge von Uwe Schmidt geht. 

Fuldabrück / Kreis Kassel. Am 12. März 2017 gilt es für Dieter Lengemann (SPD): Dann stellt sich der Bürgermeister von Fuldabrück erneut den Wählern.

Gegenüber den beiden bisherigen Direktwahlen gibt es diesmal aber einen wichtigen Unterschied: Lengemann (57) ist nicht - wie 2005 und 2011 - der einzige Kandidat. Mit Carsten Marth (48) hat er einen unabhängigen Mitbewerber, der von der CDU unterstützt wird.

Doch das ist nicht der einzige Unterschied: In Fuldabrück und darüber hinaus wird inzwischen immer häufiger darüber spekuliert, ob Lengemann nicht nach Höherem strebt. Konkret: nach dem Posten des Landrats.

Und das hängt damit zusammen, dass Kenner der Kreispolitik es nicht für ausgeschlossen halten, dass der amtierende Landrat Uwe Schmidt (SPD) vorzeitig geht. Zur Erinnerung: Schmidt wurde im Januar 2015 für eine weitere sechsjährige Amtszeit gewählt. Diese läuft am 30. Juni 2021 aus. Wenn Schmidt - er ist inzwischen 62 Jahre alt - vorzeitig ginge, hätte Lengemann gute Chancen, Kandidat der SPD zu werden. Als Chef der 36-köpfigen Kreistagsfraktion ist er schon heute ein einflussreicher Politakteur, an dem kaum jemand vorbei kommt. Lengemann, das wird kolportiert, könne sich durchaus vorstellen, als Chef der Kreisverwaltung dorthin zurückzukehren, wo er bis zum Wechsel nach Fuldabrück arbeitete. Er kenne derartige Gerüchte, sagte Lengemann am Freitag auf HNA-Anfrage. Für ihn sei das Thema Landrat aktuell aber keines: „Ich bin Bürgermeister von Fuldabrück und will Bürgermeister bleiben.“

Gleichwohl: Als starker Mann der Kreis-SPD hätte Lengemann schon heute faktisch den ersten Zugriff auf die Landratskandidatur. Der andere heiße Anwärter auf den Posten, Kreis-SPD-Chef Timon Gremmels aus Niestetal, wird im Herbst 2017 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in den Bundestag einziehen. Einmal in Berlin etabliert, wäre mit einer Rückkehr des heute 40-Jährigen in die Niederungen der Kreispolitik wohl nicht zu rechnen. Bliebe als Konkurrentin nur Vize-Landrätin Susanne Selbert. Ob sie für die Kreis-Genossen noch die erste Wahl für den Chefsessel wäre, ist offen. Dass die Juristin mit dem großen Namen mit dem Oberbürgermeister-Posten in Kassel geliebäugelt hatte, passte nicht allen Genossen im Landkreis.

Genährt werden die Spekulationen über höhere Ambitionen Lengemanns und einen möglichen Verzicht Schmidts auch durch die zuletzt deutlich zurückgefahrenen Aktivitäten des amtierenden Landrats. Seit dem gemeinsamen Vorstoß mit Kassels OB Bertram Hilgen (SPD) für einen Zusammenschluss von Stadt und Kreis, der bekanntermaßen scheiterte, hält sich der frühere Vize-Landrat und Bürgermeister von Helsa mit politischen Initiativen zurück. 

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