Preise ziehen leicht an

Wohnen im Landkreis Kassel: Am teuersten ist es im Speckgürtel

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Viel Fachwerk in Kommunen im Kreis: Auf dem Land ist das Leben noch deutlich günstiger als in der Stadt Kassel. Unser Foto zeigt Nieste, dort kostet der Quadratmeter Boden zwischen 30 und 65 Euro.

Kreis Kassel. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Wohnbauflächen stieg im vergangenen Jahr im Kreis Kassel an. Doch die Preise schwanken deutlich je nach Kommune.

Mussten 2015 noch 82 Euro pro Quadratmeter gezahlt werden, waren es 2016 im Schnitt 84 Euro. 

Doch „in den ländlichen Regionen ist es deutlich günstiger als im Speckgürtel um Kassel“, sagt Karina Fennel vom Amt für Bodenmanagement in Korbach, das für den Landkreis Kassel zuständig ist. Wie teuer allein der Grund und Boden im Kreis sind, darüber geben die so genannten Bodenrichtwerte Auskunft. „Diese liegen derzeit zwischen 20 Euro pro Quadratmeter zum Beispiel in Trendelburg und 150 Euro pro Quadratmeter, beispielsweise in Obervellmar oder Ihringshausen.“

Unter der Internetadresse www.geoportal.hessen.de kann das mit einem Klick auf die Kommune jeder nachvollziehen. Demnach kostet der Quadratmeter beispielsweise in Espenau-Hohenkirchen 65 Euro und in Espenau-Mönchehof 85 Euro. Günstiger ist es in Nieste: Dort ist der Quadratmeter ab 30 Euro zu haben und kostet bis zu 65 Euro. In Zierenberg im Wolfhager Land kostet der Boden bis zu 85 Euro. Beispiel Espenau: Dort gab es 2016 vier Grundstücksverkäufe, sagt Fennel. Dabei wurde ein durchschnittlicher Quadratmeterpreis von 109 Euro erzielt. In Niestetal ist ein durchschnittlicher Verkaufspreis von 138 Euro je Quadratmeter – bei sieben Verkäufen – zu verzeichnen. „Sie liegen somit über dem derzeitigen Bodenrichtwertniveau der Gemeinde.“ Bis zu 125 Euro kostet der Quadratmeter dort regulär.

Auch innerhalb einzelner Kommunen können die Preise schwanken. In Schauenburg wurden im Jahr 2016 insgesamt 28 Kauffälle verzeichnet. Dabei lag der durchschnittliche Preis bei 103 Euro für den Quadratmeter. Allerdings: Während in Breitenbach der Quadratmeterpreis bei 68 Euro liegt, sind es in Elgershausen 138 Euro.

Insgesamt wurden im Jahr 2016 im Kreis 3000 Verkäufe von Grundstücken registriert (bebaut und unbebaut). Im Jahr zuvor waren es noch gut fünf Prozent mehr. Diese Schwankungen seien jedoch normal, sagt Karina Fennel.

Die Preise für Gebäude sind im Kreis nahezu unverändert. Freistehende Einfamilienhäuser kosteten 2016 rund 163.000 Euro. Damit hielten sie laut Amt für Bodenmanagement das Niveau des Vorjahres. Doppel- und Reihenhäuser schlugen mit rund 134 000 Euro zu Buche. Angezogen haben die Preise für Eigentumswohnungen. Der Quadratmeter kostete im Schnitt 2300 Euro. Der Preis ist damit um gut fünf Prozent gestiegen. Diese Kosten seien gestiegen, weil auch die Kosten für Material und Handwerker höher seien, sagt Siegfried Putz, Sprecher der Region Nordhessen im Immobilienverband Deutschland.

Generell gehe der Trend nach wie vor in die Stadt, sagt er. Gerade kleinere Ortschaften auf dem Land hätten Probleme mit zu wenig Zuzügen. Einer der häufigsten Gründe, ins Kasseler Umland zu ziehen, seien die Kosten. Allerdings: In viele Fachwerkhäuser, die in der Fläche leer stehen, würde auch nicht jeder ziehen wollen, da viel investiert werden müsse.

Die künftige Entwicklung sei schwer einzuschätzen, sagt Putz. Gebe es keine Infrastruktur mehr in den Orten, würden kaum noch Menschen hinziehen.

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