Nach Gesetzesänderung wird bundesweit eine neue Variante bei der Abfallentsorgung diskutiert

Kreis Kassel lehnt Wertstofftonne ab

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Das bisherige Angebot: grün für Papier, braun für Bio, grau für Restmüll und der gelbe Sack für Verpackungen.

Kreis Kassel. Bundesweit diskutiert wird zurzeit in Sachen Abfallentsorgung die Einführung einer zusätzlichen Abfalltonne für Wertstoffe. In diese sollen alle hochwertigen Kunststoffe genauso wandern wie die Verpackungsmaterialien mit dem grünen Punkt, die zurzeit noch über den gelben Sack entsorgt werden.

Letzterer wäre bei Einführung der neuen „gelben“ Tonne dann überflüssig.Der Landkreis Kassel jedoch lehnt die neue Tonne ab: „Eine zusätzliche Abfalltonne für Wertstoffe wird es für die Bürger im Kreis nicht geben“, ist Vizelandrätin Susanne Selbert (SPD) überzeugt. Denn das bedeute einen „erheblichen Mehraufwand“.

Würde sich der Kreis für die Anschaffung dieser zusätzlichen Werkstofftonne entschließen, käme ihn das teuer zu stehen. Bei einem Preis von rund 30 Euro pro Behältnis kämen bei 100 000 angeschlossenen Haushalten im Landkreis allein für die zusätzlichen Tonnen schon Mehrkosten von rund drei Millionen Euro zusammen, rechnete Kreispressesprecher Harald Kühlborn vor. Plus mehr Fahrzeuge, plus mehr Fahrten, plus mehr Personal.

Der Landkreis favorisiert bei der Abfallentsorgung deswegen eine andere Variante: Verpackungsmaterialien mit dem grünen Punkt, die bislang im gelben Sack landeten, und alle anderen hochwertigen Kunstoffabfälle sollten laut Selbert in die graue Restmülltonne wandern. Denn schon heute werde im Landkreis Kassel der in der grauen Tonne gesammelte Abfall laut Aussage der Vizelandrätin „mechanisch in fünf unterschiedliche Abfallarten getrennt und zu 100 Prozent wiederverwertet“.

Es sei also kein Problem, dieses Verfahren weiter so zu verfeinern, dass dort auch der Kunststoffabfall getrennt werde. Das wäre aber frühestens 2015 praktikabel. Dies wäre im Landkreis möglich, weil dort der Abfall in der grauen Tonne trocken und daher gut zu bearbeiten ist. Denn die Kreisbürger werfen so gut wie keinen feuchten Bioabfall in die graue Tonne. Das liegt daran, dass es im Kreis beim Anmieten einer grauen Tonne die 240-Liter-Tonne für Bioabfall und Papier umsonst gibt. Und das werde laut Selbert genutzt: Die flächendeckende Biosammlung im Landkreis Kassel sei „hessenweit spitze“.

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