Gegen Vandalismus: Kreis stattet Schulen mit Überwachungskameras aus

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Soll bald mit Kameras überwacht werden: Die Theodor-Heuss-Schule in Baunatal. Unsere Fotomontage zeigt, wie es aussehen könnte.

Baunatal/Hofgeismar. Überwachung an der Schule: Um wirksamer gegen massiven Vandalismus vorgehen zu können, stattet der Landkreis Kassel zwei Schulen testweise mit Videokameras aus. An der Theodor-Heuss-Schule in Baunatal und der Gustav-Heinemann-Schule in Hofgeismar sollen Kameras installiert werden.

Vorerst sind jeweils 20 Kameras pro Schule geplant. Das geht aus einem Papier der Kreisverwaltung hervor.

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Kaputte Fensterscheiben, angebrannte Holzbänke, der Schulhof übersät mit Glasscherben. Die Fassade der Schule wird als Toilette benutzt.“ Walter Kayser, Leiter der Theodor-Heuss-Schule (THS) in Baunatal, schildert die Schäden, die regelmäßig durch unkontrolliert feiernde Jugendgruppen angerichtet werden. Mit Videokameras will der Landkreis nun erstmalig an einer Schule gegen Vandalismus vorgehen.

Jugendgruppen in verschiedener Größe und Zusammensetzung nutzen das offene Schulgelände am Stadtpark insbesondere in den Abendstunden zu Treffen. „Das sind manchmal 60, 70, 80 Leute“, sagt der Schulleiter. „Meistens ist Alkohol im Spiel.“

Laut Kayser hat die Schule gemeinsam mit dem Baunataler Streetworker und der Polizei versucht, die Attacken gegen das kürzlich erst renovierte Schulgebäude in den Griff zu bekommen. Vergeblich. „Die Jugendlichen sind ansprechbar, wenn sie keinen Alkohol getrunken haben“, erläutert Kayser. „Danach hat man keinen Erfolg mehr.“ Demnächst soll nun Videoüberwachung die Randalierer, die meist gar nichts mit der Schule zu tun haben, abschrecken.

Der Landkreis geht davon aus, dass der Videoeinsatz abschreckend auf Randalierer wirkt. Gute Erfahrungen, sagt der Sprecher, habe der Landkreis mit Videokameras beispielsweise im Bereich der Kreisverwaltung in Kassel gemacht. Dort habe es eine Reihe von Autodiebstählen gegeben, schildert der Sprecher die Situation. „Seitdem dort Kameras installiert wurden, ist es ruhig.“ Gedacht hat sich der Schulleiter der THS die Sache ursprünglich einmal anders. „Wir sind eine offene Schule“, sagt Kayser. Vor allem das Außengelände sei bewusst so angelegt worden, dass sich Jugendliche auch an den Nachmittagen dort treffen können.

Von Sven Kühling

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